ln-online/lokales vom 29.01.2010 00:00
Schwimmbad Eutin öffnet: Bahn frei!
Arbeiter führen hier die letzten Handgriffe aus: Die Schilflandschaft versteckt das Belüftungssystem an der Längsseite der Halle.
Verbunden mit vielen Verschönerungen, Verbesserungen und Modernisierungen ist auch ein neuer Name: Aus der Schwimmhalle ist das „Schwimmbad Eutin“ geworden. Statt dunkel und muffig ist das Entree jetzt überaus einladend, hell und freundlich. Eltern mit Kinderwagen und Menschen mit Gehbehinderungen können nun mit einem Fahrstuhl in die obere Etage gelangen. Dort befindet sich auch der Kassenautomat, direkt neben der Aufsichtskabine der Schwimmmeister.
Ein Farbband in Gelb-Orange-Rot zieht sich vom Eingang durch die gesamte Halle bis zum Ausgang, „es soll die Besucher leiten“, sagt Architekt Olaf Koring von „BS2 Architekten“ aus Hamburg. Seine Idee war es, die Innengestaltung unter das Konzept „See und Ufer“ zu stellen. Das Farbband soll an Herbstlaub erinnern, die Fliesen sind sandfarben, Türen und Spinde Kirsch- und Birke-Nachbildungen. Der obere Teil der zur Riemannstraße gelegenen gläsernen Längsseite im Bereich des großen Schwimmbeckens ist mit einer Schilflandschaft versehen – hinter den Platten ist elegant die Lüftung verborgen.
Das Nichtschwimmerbecken hat wie gehabt links und rechts Wärmebänke, ihr Holzcharakter soll an Stege erinnern. Die Bullaugen an den Wänden sollen den Betrachter an Schiffe denken lassen, die dort angelegt haben. Mit der blau flirrenden Rückwand möchte Architekt Koring den Eindruck erwecken, dass der See sich ins Unendliche erstreckt.
Neben diesen farblichen Spielereien haben sich im neuen Schwimmbad viele praktische und funktionale Überlegungen durchgesetzt: Abstellflächen für Rollstühle und Kinderwagen, Steckdosen für mitgebrachte Föne, große Spiegel, Warmluftduschen. Es gibt vier Sammel- und zehn Einzelumkleiden, je eine Umkleide für Familien (mit Wickeltisch und breiten Bänken) und Behinderte. Der an letztere angrenzende Sanitärbereich verfügt über Handbrause, Sitz in der Dusche, einen verstellbaren Spiegel über dem Waschbecken und Alarmknopf.
Weitere Neuerungen: ein Wettkampfbüro im Keller, ein mit Glasscheiben abgetrennter Mehrzweckraum an der Stirnseite des großen Beckens (wo ehemals das Solarium stand). „Diesen Raum können wir für Kindergeburtstage anbieten“, erklärte Marc Mißling, Prokurist bei den Stadtwerken Eutin.
Das Bad für die nächsten 20 Jahre fit machen, hatte sich Andreas Bünger, Geschäftsführer der Stadtwerke Eutin, zum Ziel gesetzt. Mit der hochmodernen Wasser- und Belüftungsanlage, der komplexen Wasserreinigung, dem Blockheizkraftwerk, das Wärme und Strom erzeugt (Überschüsse werden ins örtliche Wärme- und Stromnetz eingespeist) scheint man auf einem guten Weg. Die Gesamtkosten für den Umbau beziffert Bünger derzeit mit 4,35 Millionen Euro, „die Endabrechnung steht aber noch aus“.
Knapp 30 Prozent Kostendeckung werden die Stadtwerke für den Schwimmbad-Betrieb erreichen, auch durch die Anhebung der Eintrittspreise, „die uns nicht leicht fällt, die aber unumgänglich ist“, so Bünger. Er hoffe, dass die Badegäste dies akzeptierten und „den Mehrwert in Form einer schönen, sportlichen Umgebung“ genießen.
Einziger Wermutstropfen zur Neueröffnung dürfte für Badegäste die Nachricht sein, dass es keinen Warmbadetag mehr gibt. Für die erforderliche Technik, die den nötigen Luftaustausch bewältigen könne, sei einfach kein Platz mehr gewesen, so Bünger.
In den letzten 7 Tagen schon 40 mal gelesen - zuletzt am 12.03.2010 um 13:58.
Ähnliche Meldungen im Archiv suchen 
Nach Stichwörtern:
Schwimmbad
Eutin
Aus dem gleichen Land (DEU)
Weitere Meldungen aus
Ostholstein
|
|||||||||||||||||||||||||||



