ln-online/lokales vom 07.02.2010 00:00
Einige Vermieter haben Angst vor Leerstand
Nach dem Krisenjahr 2009 wird eine Leerstandswelle befürchtet. Wohnungsgesellschaften im Landkreis sind davon unterschiedlich betroffen.Grevesmühlen – Die Wohnungswirtschaft wird auch nach dem allgemeinen Krisenjahr 2009 mit schwierigeren Rahmenbedingungen zu kämpfen haben, sagt Dr. Joachim Wege, Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). Ihm gehören auch Wohnungsgesellschaften in Nordwestmecklenburg an. Dr. Wege sieht „stagnierendes Wirtschaftswachstum, teilweise sinkende Einkommen und eine negative demografische Entwicklung. Eine Leerstandswelle ist besonders in ländlichen Räumen zu befürchten“. Aber: Es wird auch 2010 kontinuierliche Investitionen geben.
Keine Nachfrage, leere Wohnungen, keine Einnahmen – damit muss sich Dieter Mennerich, Geschäftsführer der Grevesmühlener Wohnungs- und Verwaltungsgesellschaft (Wobag) mit ihren rund 1900 eigenen Wohnungen, nicht herumplagen. Er weiß um seine derzeit glückliche Lage: „Zum Jahresabschluss hatten wir 0,58 Prozent leere Wohnungen, das ist überhaupt kein Leerstand, sondern natürliche Bewegung“. Den Schlüssel sieht Mennerich darin, ein akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis im breiten Spektrum und für verschiedene Ansprüche anzubieten. Zudem: Die Wobag kann vom spürbaren Trend „Zurück in die Stadt“ profitieren. Ein Rückbau von Gebäuden ist kein Thema.
2010 werden rund 1,4 Millionen Euro investiert, von den viele regionale Handwerksbetriebe etwas abkriegen. Zwar etwas weniger als im Vorjahr, aber da gab es den Neubau in der Hinterstraße. Der Plan: Fassaden- und Balkonsanierung Ploggenseering 44/45, 49/50, 51/53, 57/59 und 60/62; Balkon-Nachrüstung an Blöcken in der Klützer Straße; Sanierung und Modernisierung August-Bebel-Straße 49 sowie obligatorisch laufende Instandhaltungsmaßnahmen.
Krisen-Auswirkungen sind für Wolfgang Lüdtke, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Dorf Mecklenburg, „nicht erkennbar“. Der Vermietungsstand von 97,5 Prozent ist sehr gut. „Wenn man nicht ins Träumen gerät, sind die Probleme zu meistern.“ Lüdtke nennt vor allem steigende Unterhaltungskosten an den 360 eigenen Wohnungen. 600 000 Euro werden investiert. Aufträge für heimische Firmen. Der Neubau eines Geschäftshauses für Sparkasse und Wohnungsgesellschaft soll beginnen.
„Die Sparkasse bleibt hier, das ist wichtig“, sagt Lüdtke. Er beobachtet Stadt-Trend und Bevölkerungsrückgang, doch „mit guter Infrastruktur bekommen wir das noch nicht zu spüren“.
Für die Wohnungsgesellschaft Gägelow sind genannte Trends hingegen das größte Problem. „Bei uns wohnen Sie im Grünen“ wird im Internet geworben – trotzdem gab es im Vorjahr bei rund 360 Wohnungen um die zehn Prozent Leerstand. „Die Leute ziehen in Städte oder wegen der Arbeit weit weg“, sagt Geschäftsführerin Silke Mawick. A und O sei eine gute Infrastruktur, „schon eine Buslinie mehr kann ausschlaggebend sein“. Flexibel auf veränderte Mieterwünsche zu reagieren, darum gehe es, so Silke Mawick. 2010 soll es größere Investitionen in Modernisierungen geben.
Instandhaltungsarbeiten seien der Schwerpunkt für die Wohnungsgesellschaft Klützer Winkel mit 167 Wohnungen in den Gemeinden Kalkhorst und Damshagen, so Geschäftsführerin Irene Garschke. „Doch der ländliche Bereich insgesamt hat stark zu leiden.“
In den letzten 7 Tagen schon 6 mal gelesen - zuletzt am 18.03.2010 um 07:13.
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