ln-online/lokales vom 09.02.2010 01:30
Raubüberfälle aufgeklärt: Polizei fasst zwölf junge Männer
Bad Segeberg - Die Bad Segeberger Polizei hat die jüngste Serie von Raubüberfällen auf Supermärkte und Spielhallen aufgeklärt. Die beiden Hauptverdächtigen einer zwölfköpfigen Tätergruppe sitzen in Haft. Auf das Konto der Gruppe gehen mindestens zwölf Überfälle.In der Nacht zum vergangenen Freitag griff die Polizei zu: Um 3.45 Uhr hatte ein Mann die Spielhalle in der Bad Segeberger Fußgängerzone überfallen und war getürmt, doch Zivilbeamte erwischten ihn nur 30 Minuten später in der Nähe seiner Wohnung in der Südstadt. Die Tatwaffe, eine Schreckschusspistole, und die Beute von über 1000 Euro trug der 21-Jährige noch bei sich.
Es ist das Ende einer langen Serie von Raubüberfällen, die die Angestellten in Bad Segebergs Supermärkten und Spielhallen in den vergangenen Monaten in Angst und Schrecken versetzt hat. Mit dem jungen Räuber hatten Bad Segebergs Ermittler erst einen der mutmaßlichen Haupttäter festgenommen, noch am selben Tag machten sie aber auch den zweiten dingfest. Beide Bad Segeberger sitzen mittlerweile in Haft.
Sie sind offenbar die führenden Köpfe einer Bande. „Inzwischen gehen wir davon aus, dass wir es mit einer Gruppe von insgesamt zwölf jungen Männern zu tun haben, die unterschiedlich in die Taten eingebunden waren“, sagte Silke Tobies, Sprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg. Der Gruppe, allesamt junge Männer aus Bad Segeberg und Wahlstedt, werden mindestens zwölf bewaffnete Raubüberfälle zugeordnet, die innerhalb eines Jahres verübt wurden. Neben den Überfällen in Bad Segeberg schreibt die Polizei der Gruppe auch Taten in Norderstedt, Neumünster und Braak zu.
Gehäuft hatten sich die Fälle seit November vergangenen Jahres. Da war erst der Penny-Markt am Gieschenhagen und kurze Zeit später der Sky-Markt am Landratspark überfallen worden. Nach Angaben der Polizei hatten die Täter bei dieser Tat am 13. November knapp 24 000 Euro Bargeld erbeutet. Einen großen Teil davon hatten sie aber bei ihrer Flucht verloren. Der Nahkauf-Markt in der Südstadt wurde gleich zweimal überfallen, zuletzt am Morgen des 30. Januar.
Im Herbst hatte bereits die Ermittlungsgruppe Jugend bei der Kriminalpolizei Bad Segeberg die Ermittlungen federführend übernommen, „da sich Hinweise auf junge Erwachsene als mögliche Tatverdächtige ergaben“, so Silke Tobies. Nach dem Überfall auf den Sky-Markt konzentrierten sich die Ermittlungen offenbar auf mehrere junge Männer. „Im Anschluss an die Tat wurden die kriminalpolizeilichen Maßnahmen intensiviert, es wurden dabei sämtliche technische und taktische Möglichkeiten im polizeilichen Ermittlungsbereich ausgenutzt“, erklärte Silke Tobies. Im Klartext: Offenbar hatten die Beamten solch eindeutige Erkenntnise, dass sie verdächtige Personen observieren und deren Telefone abhören konnten.
„In der vergangenen Woche verdichteten sich dann die Hinweise, dass es erneut zu einem Überfall auf eine Spielhalle kommen würde“, so Silke Tobies. Kräfte des Mobilen Einsatzkommandos und des Spezialeinsatzkommandos Schleswig-Holstein seien daraufhin angefordert und in den Einsatz eingebunden worden. Jener Überfall ereignete sich dann tatsächlich in der Nacht zum vergangenen Freitag.
Die Beamten konnten so endlich die Ernte ihrer langwierigen Ermittlungen einfahren. Nach der Festnahme der beiden mutmaßlichen Haupttäter seien noch am Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kiel insgesamt 13 Wohnungen weiterer Komplizen und Mittäter in Bad Segeberg und Wahlstedt durchsucht worden, bei denen die Beamten umfangreiches Beweismaterial (unter anderem Kleidung und Teile der Beute) sichergestellt hätten. „Im Zuge der Vernehmungen der Festgenommenen ergaben sich zudem weitere Erkenntnisse zu den Komplizen. Sie hatten zum Teil Tatorte ,ausbaldowert’ und ihre Erkenntnisse an die Täter weitergegeben“, so Silke Tobies. In anderen Fällen seien die Männer von ihren Komplizen zu den Taten gefahren worden, da sie selbst keinen Führerschein beziehungsweise kein Auto besäßen. Von den Komplizen sitzt allerdings niemand ein, gegen sie lägen keine ausreichenden Haftgründe vor.
Ein Fall gehört offenbar nicht zur Raubserie: Der Überfall auf das Café Jansen, ebenfalls am frühen Morgen des 30. Januar verübt. „Die Tat passt nicht in die Serie, möglicherweise haben wir es hier mit einem Trittbrettfahrer aus dem Umfeld der anderen Täter zu tun“, sagte Silke Tobies.
„Der Aufwand, den die Beamten betrieben haben, war enorm“, so die Pressesprecherin. Die intensive Spurensuche sowie die Sicherung und Auswertung der Spuren hätten aber dazu geführt, dass sich allmählich aus den Puzzelteilen ein Gesamtbild ergeben habe. Die Beamten hätten jetzt allerdings noch zahlreiche Gesprächsprotokolle und Daten zu sichten und auszuwerten. „Die Ermittlungen und Vernehmungen dauern an“, sagte Silke Tobies.hol
In den letzten 7 Tagen schon 26 mal gelesen - zuletzt am 15.03.2010 um 11:18.
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