ln-online/lokales vom 10.02.2010 18:18
Toter in Travemünde - Mörder gefasst?
Der pensionierte Vermessungsingenieur Horst K. (75) wurde in seinem Wohnhaus getötet. Foto: S: PREY, Bilder zum Weiterklicken: Polizisten untersuchen den Tatort. Fotos: Holger Kröger
In der beschaulichen Lindwurmstraße in Travemünde sind die Anwohner geschockt. Der „nette, zurückhaltende“ Nachbar Horst K. ist tot. Der 75-jährige pensionierte Vermessungsingenieur ist einem Verbrechen zum Opfer gefallen. „Über die Situation im Haus und über die vermutliche Todesursache wollen wir aus ermittlungstaktischen Gründen aber keine weiteren Angaben machen“, sagt Oberstaatsanwalt Günter Möller. „Wir sind aber guter Dinge, dass die Polizei den Täter bald hat.“ Nach LN-Informationen haben die Ermittler bereits einen konkreten Verdacht. Der mutmaßliche Mörder stammt aus dem familiären Umfeld. Der zwischen 30 und 40 Jahre alte Mann soll am Sonnabend den verwitweten Horst K. in seinem Haus besucht und einem Nachbarn erklärt haben, dass dieser ins Krankenhaus müsse. Seit dem Wochenende steht auch der Toyota von Horst K. nicht mehr am Straßenrand.
Eine Bekannte, die häufig mit K. telefoniert und nun schon seit Tagen nichts mehr gehört hat, hatte sich am Montagabend aus Sorge bei der Polizei gemeldet. Gegen 21 Uhr öffnete die Feuerwehr dann für die Polizei die Haustür. Kurz darauf entdeckten die Beamten im Wohnzimmer den leblosen, 75-jährigen Wohnungsinhaber. Der Leichnam wurde ins Institut für Rechtsmedizin überführt. Nach ersten Erkenntnissen der Rechtsmedizin waren mehrere Anzeichen spitzer und stumpfer Gewalteinwirkung festgestellt worden.
Bislang ist noch völlig unklar, was sich in dem Haus vor einigen Tagen abgespielt hat. Die kriminaltechnischen Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. „Ich habe Horst zuletzt am Freitag gesehen“, berichtet der direkte Reihenhausnachbar, der aber auch keine ungewöhnlichen Auseinandersetzungen oder Lärm aus dem Haus 21 vernommen hat. Gestern wurde nicht nur der 78-Jährige von der Kripo befragt. Um die zehn Ermittler waren über die Mittagszeit im Einsatz und klingelten an den Türen in der gesamten Nachbarschaft. „Er war ein ganz angenehmer Mann, der keinem etwas getan hat“, berichtete ein 75-jähriger Anwohner.
Unterdessen inspizierten Spezialisten der Spurensicherung das gesamte Haus, um mögliche Beweise zu sichern und den Tathergang zu rekonstruieren. Zudem wurden die Entsorgungsbetriebe beauftragt, fünf große Müllcontainer aus dem Umfeld des Tatort-Hauses abzutransportieren. Möglicherweise hat der Täter auf seiner Flucht darin den ein oder anderen Gegenstand verschwinden lassen. Entsprechend wird nun der Inhalt der Container nach möglichen Beweismitteln auf dem Areal des Behördenhochhauses an der Possehlstraße abgesucht.
Der Tatverdächtige, der aus dem familiären Umfeld des Opfers stammt, wurde in der Zeit vor dem Entdecken der Tat mehrfach in der Lindwurmstraße gesehen. Näheres zu den Hintergründen und dem Motiv sind noch unklar.
In den letzten 7 Tagen schon 55 mal gelesen - zuletzt am 18.03.2010 um 11:56.
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