Von Michael Prochnow
Gägelow – Das „Black Paradise“ in Gägelow hat einen neuen Besitzer. Das Klubheim für Motorradfans gehört seit wenigen Wochen Phillip S. aus Wismar. S., ehemals Betreiber des Werwolf-Shops in der Hansestadt, gilt als Anhänger der rechten Szene. Ebenso wie ein Teil der Mitglieder des „Schwarze Schar MC“, so der offizielle Name des Klubs. Das Schweriner Innenministerium teilte auf LN-Anfrage folgendes mit: „Die Aktivitäten des Motorradclubs Schwarze Schar sind den Sicherheitsbehörden bekannt. Ihm gehören auch Personen an, die der rechtsextremistischen Szene zuzurechnen sind. Die Intention des Clubs ist noch unklar.“
In Gägelow ist man wenig begeistert von den neuen Besitzern des Klubhauses. Vor allem deshalb, weil der vorherige Pächter, die Motor-Sport-Freunde Gägelow, in den vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen hatten, um den Ruf der Biker geradezubiegen. „Wir hatten ein gutes Verhältnis zur Kommune“, sagte der Präsident der Gägelower Biker Marco Bosenius. „Wir wären hier gern geblieben, aber das Haus ist leider verkauft worden.“ Ende Januar feierten die Gägelower ihre letzten Party in dem Gebäude im Gewerbegebiet.
Seitdem schmückt ein neuer Schriftzug das Gebäude. Die „Schwarze Schar“, die sich nach eigenen Angaben am 1. Dezember 2008 gegründet hat, erklärt auf ihrer Internetseite, dass man sich entschieden habe, sich zu seiner deutschen Herkunft zu bekennen und dementsprechend die Ämter und Bezeichnungen der deutschen Sprache zu unterwerfen. Der Name des Clubs stamme aus der Zeit der napoleonschen Kriege Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich in Deutschland Freikorps gründeten, die gegen die französischen Besatzer kämpften. Eines dieser Korps hieß „Schwarze Schar“.
Dass sich der Klubname mit einem verfassungsfeindlichen Kürzel darstellen lässt und die Biografien einiger Mitglieder den Staatsschutz hellhörig werden lassen, lässt Vermutungen aufkommen, dass der Motorradklub zur rechten Szene gehören könnte. „Das mag vielleicht auch so sein“, sagt ein Motorradfahrer aus dem Wismarer Umland, der einige der Mitglieder kennt und vor wenigen Tagen auf einer Party im ehemaligen Black Paradise war: „Aber nach außen ist davon nichts zu merken.“ Man könne nicht jeden MC in die rechte Ecke schieben, nur weil deren Mitglieder Glatzen hätten oder national denken würden, sagt der Biker. „Man kann schlecht in die Köpfe der Leute schauen, aber so wie die erste Party gelaufen ist, war von einer rechten Szene nichts zu sehen.“ Zudem habe es im Klubheim weder Fahnen noch anderen Symbole aus der NS-Zeit gesehen. „Es gab Musik aus den 80er Jahren, die Stimmung war super.“ Natürlich sei auch ihm bewusst, dass einige der Biker der Polizei durchaus bekannt seien. Aber die „Schwarze Schar“ gleich in die rechte Ecke zu drängen, sei auch typisch für die heutige Zeit. „Keine Frage, es gibt Klubs, die Stress machen. Aber nicht jeder Motorradfahrer mit Glatze und Tattoos ist ein Nazi.“
Für Gägelows Bürgermeister Uwe Wandel ist die Entwicklung in dem Klubheim trotz aller Unklarheiten, was dort wirklich passiert, kein gutes Zeichen. „Aber den Verkauf konnten wir nicht verhindern, das ging von privat an privat. Darauf hat die Kommune keinen Einfluss.“
Gespannt blickt auch die Polizei auf das Treiben im Gägelower Gewerbepark. MC-Präsident und Klubheimbesitzer Philipp S. ist schließlich kein Unbekannter. Auch wenn derzeit noch unklar ist, welche Beziehungen er – wenn überhaupt – zu rechten Szene hat.
Biker aus NWM schrieb am 20.02.2010 13:07:
Ich hab Jungs persönlich kennen gelernt und war auch schon mehrfach auf deren Feiern.
Sie fahren halt gern Motorrad und ich denke das werden sie bei den ersten guten Temperaturen beweisen. Man sollte sie erst kennen lernen bevor man über sie urteilt.
Leute, geht bei denen mal auf ein Bierchen vorbei und lernt sie kennen, die Jungs sind schwer in Ordnung, im Ernst.
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