ln-online/lokales vom 10.03.2010 00:00
UKSH Personal-Papier: Was tun mit "auffälligen" Mitarbeitern?
Lübeck - Auf dem Campus des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) herrscht Unruhe. Es soll ein Personalmanagementkonzept geben, nach dem Führungskräfte am UKSH angehalten werden sollen, auffällige Mitarbeiter zu benennen.Es werden unterschiedliche Wege aufgezeigt, wie mit ihnen umzugehen ist – bis hin zur Kündigung. Ein entsprechendes Papier liegt den LN vor. Nach Auskunft von Vorstandschef Jens Scholz ist es aber nie vom UKSH-Vorstand beschlossen worden. „Wir wollen keine Atmosphäre des Mobbings und des Misstrauens“, sagt Scholz. Mit Abmahnungen komme man nicht weiter. „Wir wollen das Betriebsklima nicht zerstören“, so Scholz. Das Papier sei von einem Berater erstellt worden, der aber mittlerweile nicht mehr für das Uniklinikum tätig sei.
Allerdings bestätigt Scholz, dass das UKSH sein Personalmanagement umstellt. Es soll leichter werden, Mitarbeiter von einer Klinik in eine andere zu versetzen. Das ist bisher schwierig, weil zwar das Personal wechselt, nicht aber das Geld. Abteilungen mit zu viel Personal sollen ihre Mitarbeiter inklusive Budget an die interne Stellenbörse „Job intern“ abgeben. Dort werden die Beschäftigten dann an andere Kliniken vermittelt, die Personalnot haben.
Zudem soll es keine Sonderbehandlungen mehr geben. Wenn Mitarbeiter nur an bestimmten Wochentagen oder in ausgesuchten Abteilungen arbeiten wollen, wird das nicht mehr geduldet. „Denn das müssen die anderen Mitarbeiter auffangen. Das ist ungerecht“, so Scholz. Außerdem wird es weiterhin Geld für Abfindungen geben. Nach Scholz Ansicht sind das „Selbstverständlichkeiten“ für ein Personalmanagement eines großen, modernen Unternehmens.
Seit Januar gibt es am UKSH mit den Standorten Lübeck und Kiel keine 15 medizinischen Leistungszentren mehr, sondern an jedem der beiden Standorten eine Campusleitung. Am UKSH arbeiten 10 500 Mitarbeiter, davon 6500 im nicht-wissenschaftlichen Bereich. Bis 2015 besteht für sie ein Kündigungsschutz, eine Privatisierung ist bis dahin ausgeschlossen.
Das UKSH befindet sich seit Jahren in den Miesen. Durch den Anteilsverkauf der Service GmbH und der IT-Abteilung sind 14 Millionen Euro in die Kasse gekommen. Auch dadurch hat das UKSH sein Defizit nach Angaben des Vorstands auf 4,2 Millionen Euro gedrückt. In diesem Jahr soll das UKSH eine schwarze Null schreiben. Tut es das nicht, steht der 700 Millionen Euro teure bauliche Masterplan für das Klinikum auf der Kippe. Denn das Land will etwa Zweidrittel der Finanzierung übernehmen, wenn das UKSH aus den Miesen kommt.
In den letzten 7 Tagen schon 17 mal gelesen - zuletzt am 30.07.2010 um 06:14.
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