„Die Zweite“ in der 3. Liga
Bad Oldesloe – Ein 1:1 gegen Werder Bremen II hat gereicht: Der FFC Oldesloe ist mit seiner zweiten Mannschaft in die Regionalliga Nord aufgestiegen.Der große Tag endete dort, wo ein ganz besonderes Wochenende schon tags zuvor für einige Spielerinnen begonnen hatte: auf dem Oldesloer Stadtfest. Dort wo einige von ihnen am Samstag Stutzen und Schienbeinschützer gegen trendiges Outfit getauscht und als Model bei der Modenschau von Trikotsponsor M&H ihre Qualitäten auf dem Laufsteg bewiesen hatten, feierten die Fußballerinnen des FFC Oldesloe II am Sonntag eine nicht minder ansehnliche Karaoke-Party.
Zuvor hatten sie auf dem Rasen des Kurparkstadions ihre fußballerischen Qualitäten unter Beweis gestellt und den Lohn für eine starke Saison eingespielt. Durch ein 1:1 (0:1) gegen die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen sicherte sich das Team von Trainer Jörg Löwenstrom nach der Meisterschaft in der Schleswig-Holstein-Liga nun auch den Aufstieg in die Regionalliga Nord.
„Wir haben das Feiern erst eingestellt, als auf dem Stadtfest gegen 22 Uhr alles abgeschlossen wurde“, fasste Löwenstrom am Tag danach „eine großartige Feier mit einer großartigen Mannschaft“ kurz und knapp zusammen. Begonnen hatte sie am Sonntag um 15.48 Uhr im Kurparkstadion, als die gut leitende Schiedsrichterin Mirka Derlin (TSV Dahme) die Partie nach zweiminütiger Nachspielzeit endlich abpfiff und der Jubel losbrach.
Nur bei der „Meistermacher-Dusche“ für den Trainer zeigten sich die fröhlichen Frauen des FFC sparsam. Denn Löwenstrom wurde nicht etwa mit Bier oder Sekt übergossen, sondern mit einem großen Eimer Wasser. Die Getränke wollten sich die Spielerinnen offensichtlich für später aufheben, obwohl auf dem Stadtfest ja jede Menge Nachschub bereit stand.
Bevor es aber soweit war, mussten die knapp 300 (!) Zuschauer und die FFC-Verantwortlichen noch mächtig um den Aufstieg bangen. Beide Teams begannen sehr verhalten, tasteten sich fast eine Halbe Stunde lang ab ab. Erst als Mareike Eitner (31.) und vier Minuten später Jenny Hermann erste Chancen hatten, nahm die Partie Fahrt auf. Zählbares brachten zunächst aber die Gäste zustande: Drei Minuten vor der Halbzeit erzielte Stephanie Schröder im Anschluss an einen Eckball überraschend die Bremer Führung. Der FFC in Rückstand: der Aufstieg wäre dahin, die Nervosität stieg. Und Löwenstrom und sein „Co“ Steffen Redelstorff sahen sich in der Halbzeitpause zum Wechseln gezwungen. Die beim 2:0-Auswärtssieg gegen den Hamburger SV noch überragende Lea Lübke kam diesmal überhaupt nicht zurecht, an ihrer Stelle brachte nun Johanna Jacobi neuen Schwung und in der Abwehr ersetzte Miriam Dünow nun Tatjana Hermann.
Die Veränderungen zahlten sich aus, vor allem in der Offensive: Nur sieben Minuten nach Wiederbeginn kam Jacobi an den Ball, umspielte ihre Gegenspielerin und überwand die gute Bremer Torhüterin Sarah Schröder mit einem satten Schuss. Ein Treffer, der wieder mehr Ruhe ins Spiel brachte, wussten doch alle: Ein Remis würde zum Aufstieg reichen. Zwar versuchte der Gast noch mehrmals die nicht immer gut postierte FFC-Abwehr zu überspielen, aber es fehlte die nötige Zielstrebigkeit, um dem FFC die anschließende Party noch zu verderben.
„Wir haben den Aufstieg verdient“, befand Löwenstrom, der sich allerdings bewusst ist, das eine Klasse höher „ein anderer Fußball gespielt wird“. In der SH-Liga habe man „zehn oder elf Spiele“ gut spielen müssen, „eine Klasse höher müssen wir nun 22 Spiele komplett da sein“.
Noch einmal komplett da sein müssen die FFC-Frauen auch am Donnerstag. Dann steht um 19Uhr das Kreispokal-Endspiel beim Verbandsliga-Meister und Aufsteiger in die SH-Liga, dem SSC Hagen Ahrensburg an. ud/ing
FFC Oldesloe II: Schildt - Hartmann (46. Dünow), Rockschies, Storm, Schneider - Eitner, Rüder, Herrmann, Lübke (46. Jacobi) - Vonau, Koc.
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