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Tatsunoko vs. Capcom Ultimate All-Stars - Comic-Klopperei für Nostalgiker
Auf westlichen Märkten hat Capcom seine einstige Position als Prügel-Primus längst an Namco ("Tekken", "Soul Blade") abgegeben, im Heimatland Japan dagegen erfreuen sich die meist zutiefst klassischen Keilereien der "Street Fighter"-Erfinder noch immer großer Beliebheit. Immerhin: Auch hierzulande haben vergleichsweise extravagante Ableger des Kampfspiel-Urahnen eine treue Fanschar - darunter Genre-Perlen wie "Capcom vs. USK" oder "Marvel vs. Capcom", in denen sich erprobte "Street Fighter" wie Ryu, Ken oder die süße Chun Li mit den Muskelpaketen aus anderen Beat'em-Up- und Comic-Kosmen gegenseitig die Pixel-Birnen weichklopfen.
Definitiv ein Fall für den Skurrilitäten-Alarm sind die Kämpfer-Rigen, die der Hersteller in seinem neuesten Beat'em-Up-Streich aufeinander hetzt: Altbekannte "Street Fighter"-Recken geben sich ein handkantiges bis bewaffnetes Stelldichein mit Genre-fremden Capcom-Kollegen - darunter sogar der kleine Spring-ins-Feld Megaman und der kugelrunde Endgegner aus dem PlayStation2-Abenteuer "Okami". Gemeinsam stellt man sich der geballten Kämpfer-Flut aus dem Anime-Universum des japanischen Traditions-Trick-Studios Tatsunoko entgegen, die für Anime-Hits wie "Neon Genesis Evangelion" verantwortlich zeichnet, hierzulande aber allenfalls durch die 70er-Jahre-Trickserie "Pinocchio" bekannt.
Dass man all die bunten, meist behelmten und mit feschem Cape oder hautengem Superheldenkostüm daherflattendern Tatsunoko-Gesellen nicht kennt, das tut dem quietschfidelen und kunterbunten Klopp-Vergnügen aber keinen Abbruch. Wie beim jüngsten "Street Fighter" sind Hintergründe und Kämpfer dreidimensional, das Spiel selber aber dem traditionellen Gameplay von 2-D-Kampfspielen verhaftet: Während sich die Gegner mit flotten Hieben, wuchtigen Kicks und effektgeladenen Spezialattacken bearbeiten, agieren sie also auf einer einzigen Ebene - Ausweichmanöver zur Seite oder in den Hintergrund sind nicht möglich. Für den nötigen Schuss Taktik sorgt dagegen ein zweiter Charakter, der auf Button-Druck kurzzeitig helfend eingreift oder den bisherigen Kämpfer ersetzt, damit sich der inzwischen auf der Ersatzbank regenerieren kann.
Leider sind manche Recken deutlich schwächer auf der Heldenbrust als andere. Ein bisschen mehr Balance wäre also wünschenswert gewesen. Dafür ist die Steuerung tadellos - vor allem, wenn man das Wii-Classic-Pad nutzt. Aber auch mit der Wiimote oder dem GameCube-Controller lassen sich blitzschnell mächtige Backpfeifen verteilen.
Zur Abrundung des nur anfangs etwas chaotischen Actoin-Spektakels verwöhnt Capcom mit einem komfortablen Mehrspieler-Modus für spannende Online-Duelle und witzige Mini-Games-Schlachten. Ganz klar der bisher beste Genre-Vertreter auf Wii.
Systeme: Wii
Getestet auf: Wii
Genre: Beat'em Up
Alter: ab 12 Jahren
Multiplayer: 1-2
Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene
Hersteller: Capcom Europe
Vertrieb: Capcom Europe
Erhältlich ab: 29.01.2010
Bewertung Grafik: gut
Bewertung Sound: gut
Bewertung Steuerung: gut
Bewertung Spielspass: gut
Bewertung Gesamt: gut
Preis: ca. 40 Euro
Homepage Capcom
Infoseite zum Spiel
In den letzten 7 Tagen schon 6 mal gelesen - zuletzt am 16.03.2010 um 21:42.
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