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ln-online/softwarespieledienst vom 23.12.2009 16:33
heftig getestet: Risen
Wie schon in den Spielen der ebenfalls aus dem Hause Piranha Bytes stammenden Gothic-Serie ist es erneut ein Namenloser Held, in dessen Rolle der Spieler schlüpft und mit dem er zahlreiche Abenteuer zu bestehen hat. Die in vier Kapitel unterteilte Geschichte erzählt, wie es den Helden bei einem Schiffbruch auf eine Insel verschlägt, die es zu erkunden gilt - was gleich für ein kurzweiliges Tutorial genutzt wird.
Sehr schnell stellt sich heraus, daß die Insel im Chaos zu versinken droht: Eine mystische "Dunkle Welle" rollte über das Land und in ihrem Gefolge brachen rätselhafte Tempel aus dem Boden hervor, bevölkert von allerlei bösartigem Getier, das nun seinerseits wieder Schrecken verbreitet. Ordensritter des Inquisitors jagen all jene, die sich ausserhalb der Mauern der Stadt zeigen, nur eine Schar von Banditen leistet aus den Sümpfen heraus Widerstand und auch Magier haben ihre Hand im Spiel um die Macht auf der Insel.
Keine leichte Aufgabe für den namenlosen Helden, hier zu überleben. Wohl oder übel muss er sich einem der Machtblöcke anschließen und seine Handlungen entscheiden darüber, welcher das sein wird ...
Gut erdachte, konsequente Hauptquests und zahllose Nebenaufgaben lassen es für Held und Spieler auf der Vulkan-Insel niemals langweilig werden. Das bereits von Gothic bekannte System aus Lernen bzw. Erfahrungen sammeln und diese dann in Fähigkeiten und Fertigkeiten umzusetzen eröffnet die Möglichkeit der Spezialisierung beispielsweise zum Schwert- oder Speerkämpfer oder zum Magier.
Gerade am Anfang scheinen die Gegner häufig übermächtig, ist es lohnender, Monster irgendwelchen Helfern in die Arme zu treiben, die sie dann erledigen. Auch das Kampfsystem bedarf für den Gelegenheitsspieler etwas Übung, denn mit pausenlosem Klicken kann man zwar zu Beginn einige schöne Prügelorgien veranstalten, aber mit der Zeit werden die Gegner stärker und schlauer - gegen Typen wie den Banditen Brogar oder Ordensritter Rudolf kommt man da nicht weit. Da sollte man dann schon seitlichen Ausfallschritt, Dreier-Kombi oder Konterattacke drauf haben. Oder einfach nur das Schild hochhalten - im Verteidigungsmodus kann man eine ganze Weile Prügel einstecken ohne ernsthaft Schaden davonzutragen.
Auf alle Fälle lohnt es sich, sehr oft abzuspeichern - gern lauern Überraschungen hinter einem Gebüsch oder einer Tür und in Dialogen wird plötzlich eine Entscheidung gefordert, die man hinterher vielleicht bereut. Schnellspeichern über F8, automatisches Speichern vor wichtigen Abschnitten, manuelles Abspeichern unter eigenen Bezeichnungen - die Piranha Bytes-Leute machen es einem in diesem Punkt recht einfach.
Während der zahllosen Quests lernt man die Insel gut kennen - und entdeckt doch ständig Neues. Und nicht nur Pilze, Heilkräuter oder ausplünderbare Leichen am Wegesrand. Vergrabene Truhen, Monster-Höhlen, Tempel-Ruinen und Erz-Minen wollen erforscht und geleert, Geisterkrieger und hungrige Wölfe zur Strecke gebracht, junge Frauen und Novizen in der Ausbildung geschützt werden. Angeblich soll man in gut 40 Stunden durch das Spiel durchkommen - angesichts der Fülle von Neben-Aufgaben bereits im ersten Kapitel läßt sich dieser Spaß sicher wesentlich verlängern, wenn man nur alle Aufgaben annimmt.
Ein Lob gebührt der gegenüber den Gothic-Teilen verbesserten Logbuch-Funktion. Hat man eine neue Aufgabe erhalten, kann man auf einer speziellen Questkarte sehen, wo sich denn gerade Personen aufhalten, die zur Lösung des Problems beitragen können und auch bei einer Fülle von neuen Nebenquests, die man in einem Lager oder der Stadt auf einmal neu bekommen hat, geht der Überblick dank klar sortierter Listen nicht verloren. Ausrüstungs- und Inventarbildschirm sind ebenfalls sehr übersichtlich angelegt.
Die Grafik ist sehr gelungen. Die düstere Welt der Vulkan-Insel saugt den Spieler in sich ein, Tag- und Nachtwechsel, Wettereffekte, Gischt, Nebel oder Dunst schaffen eine realistische Atmosphäre. Ein wenig grob gezeichnet sind die NPC, insbesondere die Frauen kommen doch ein recht kantig herüber - aber mein Gott, es gilt ja auch Rettung für eine Welt zu suchen und nicht die Gefährtin fürs Leben. Und wenn das Bild mal zittert: Es bebt ständig auf der Insel!
Weitere Pluspunkte: Im vollständig mit allen Nebenquests durchgespielten ersten Kapitel nervte die stimmige Musik nicht ein einziges Mal, die Synchronsprecher haben ihren Job absolut professionell erledigt. Jeder Charakter hat seine eigene, glaubwürdige Sprache - der Banditenchef ist herrisch, sein Statthalter im Lager flucht, der verängstige Bauer flüstert, der trinkfeste Jäger lallt. Und ihre Texte sind authentisch.
Um es kurz zu machen: Risen ist für Freunde des gepflegten Rollenspiels ein echter Spaßmacher. Und wer es nicht unterm Weihnachtbaum findet, sollte nach Weihnachten ruhig Omis Geschenk-Gutschein einsetzen - einhunderttausend Spieler, die sich seit dem Verkaufsstart im Oktober bereits Risen für ihren PC oder die Xbox geholt haben, können nicht irren.
Genre: Rollenspiel (Fantasy)
Preis: ca 45 Euro
Entwickler: Piranha Bytes
Publisher: Deep Silver
Plattformen PC (Windows), Xbox360
Spielmodi: Einzelspieler
Altersfreigabe: USK: 12
Anforderungen
Betriebssystem: Windows XP/Vista
Arbeitsspeicher: ab 1 GB RAM
Prozessor: 2,0 GHz Pentium od. 100% kompatibler Prozessor
Zusatz: Windows XP (mit Service Pack 3) 100% DirectX 9.1c kompatible Soundkarte 2,5 GB freien Festplattenspeicher DirectX 9.1c kompatibler Grafikkarten Treiber
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