«Ich hatte schon erwartet zu spielen, aber ich respektiere die Entscheidung des Trainers», meinte der enttäuschte Weltmeister von 2006. Dass die Römer mit ihm auf dem Platz in Cagliari dann auch noch in den letzten Minuten ihren 2:0-Vorsprung verspielten, verhagelte ihm das Serie A-Comeback vollends.
«Povero Toni» - Trotz ihres Ärgers über den Punktverlust beim 2:2 auf Sardinien hatten die Fans mit dem «armen Toni» Mitleid. Der 33- Jährige brennt schließlich darauf, sich nach den bitteren letzten Monaten in München endlich wieder mit Toren zurückmelden zu können. «Ich werde 110 Prozent für diese Mannschaft geben», betonte Toni nach dem missglückten Debüt am Dreikönigstag.
Ganz anders dagegen verlief die Rückkehr von David Beckham beim AC Mailand. Bei Milans 5:2-Triumph gegen den FC Genua spielte der englische Mittelfeldstar bis zu seiner Auswechslung in der 75. Minute auf Top-Niveau: «Beckham war großartig, er hat das Spiel perfekt gelesen», lobte Trainer Leonardo seinen «Gastarbeiter» von den Los Angeles Galaxy. Auch Teamkollege Marco Ambrosini war beeindruckt: «David ist eben ein großer Champion. Trotz eines neuen Trainers und eines neuen Systems hat er sich sofort in die Mannschaft eingefügt», staunte Ambrosini.
Die Zeitungslektüre muss für «Becks» ein reines Vergnügen gewesen sein: «Beckham war prima und Milan in Champagnerlaune», lobte die «La Gazzetta dello Sport». Mit seinem klaren Sieg festigte Milan (34 Punkte) Platz zwei vor Rekordmeister Juventus Turin (33), der 2:1 in Parma gewann.
Unangefochtene Spitze bleibt Inter Mailand (42), das den 18. Spieltag mit einem 1:0-Sieg bei Chievo Verona eröffnet und sich damit vorzeitig den inoffiziellen Wintermeistertitel gesichert hatte. Überschattet wurde Inters erfolgreicher Start ins neue Jahr jedoch von den Sorgen um Verteidiger Christian Chivu, der bei einem Zusammenprall mit Sergio Pellissier einen Schädelbruch erlitt und noch am selben Tag operiert werden musste.
Hitzige Diskussionen gab es auch wieder um Inter-Stürmer Mario Balotelli, der sich nach seinem Siegtor gegen Chievo über die Fans des Gastgeber beschwerte. «Das Publikum von Verona wird immer ekelhafter», beklagte sich Balotelli. Der dunkelhäutige Fußballer fühlte sich wegen seiner Hautfarbe von den Fans verhöhnt.
«Das waren keine rassistischen Sprechchöre. Das waren lediglich Pfiffe gegen einen Spieler. Das Problem ist nicht seine Hautfarbe, sondern sein Verhalten auf dem Platz», wehrte sich Chievos Präsident Luca Campetelli. «Balotelli kann sich nicht erlauben, eine ganze Stadt zu beleidigen», empörte sich der Club-Chef. Das Sportgericht des italienischen Fußballverbands verurteilte Balotelli am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 7500 Euro, «weil er bei seiner Auswechslung das Publikum mit demonstrativem Applaus provoziert hat». Inter wurde wegen rassistischer Sprechchöre seiner Fans zu 15.000 Euro Strafe verurteilt, Chievo dagegen nicht.
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