Früher war es ein Kaufhaus, dann in den Händen der Nazis, nach dem Krieg SED-Parteizentrale. Das imposante Eckhaus in der Berliner Torstraße Nummer 1 stand seit Mitte der 90er Jahre fast 15 Jahre leer.
Ab 10. Mai soll sich dort die Kreativ-Szene tummeln. Dann öffnet der Club Soho House nach London, New York und Hollywood seinen ersten Ableger in Deutschland. Nach britischem Vorbild sind bestimmte Bereiche wie die Dachterrasse mit dem Pool nur für Mitglieder zugänglich. Elitär soll es in dem Club nicht zugehen. «Wir wollen Individualisten, keine Schlipsträger», sagt Nick Jones, Gründer der Soho House Group. Hotel und Sauna (in einem Bereich namens «Cowshed Relax») sind für jedermann geöffnet. Als Hotelgast wird man Club-Mitglied auf Zeit.
Das «Politbüro» in der zweiten Etage, wo einst DDR-Staatspräsident Wilhelm Pieck am Schreibtisch saß, kann für Veranstaltungen gemietet werden - die Wandverkleidung aus Ostzeiten wurde nachgebildet. Die Mitgliedschaft kostet 75 Euro pro Monat für das Berliner Soho House, 100 Euro für alle Soho-Häuser weltweit.
Berliner sind skeptisch, was Member-Clubs angeht
Die Hauptstadt-Szene muss noch überzeugt werden, was Clubs angeht, für die man quasi im Abo zahlt. Das «Goya» am Nollendorfplatz scheiterte 2006, nachdem es versucht hatte, Nachtschwärmer als Aktionäre zu gewinnen. Das Soho House hat ein anderes Konzept und ist nicht so teuer wie andere Clubs nach englischem Muster, die es bereits in Berlin gibt.
Die Zielgruppe sind Gäste aus Kunst, Mode, Musik und Medien. Der Stil greift laut der Ankündigung die 20er/30er Jahre und Elemente aus dem Industriedesign auf. Im Untergeschoss ist ein Kino untergebracht. Das Gebäude an der Ecke zur Prenzlauer Allee stammt aus den Jahren 1928/29 und war früher ein Kaufhaus, die Besitzer wurden von den Nationalsozialisten enteignet. Ab 1956 hatte dort das Geschichtsinstitut des SED-Zentralkomitees seinen Sitz. Die Torstraße hieß zu DDR-Zeiten Wilhelm-Pieck-Straße.
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