Frida Kahlo (1907-1954) ist eine der faszinierendsten und schillerndsten Frauen der Kunstgeschichte. Die Tochter eines deutschen Fotografen und einer indianisch-stämmigen Mexikanerin gilt als die wohl bedeutendste Künstlerin Lateinamerikas. Die Regierung in Mexiko erklärte ihr Werk offiziell zum «nationalen Kulturgut».
Mehr als ein Drittel ihrer rund 150 Gemälde sind Selbstbildnisse. Sie zeigen, oft surreal verfremdet, eine wunderschöne Frau mit dunklem Haar, zusammengewachsenen Augenbrauen und einem ausgeprägten Frauenbart. Zugleich zeugen sie von einem Leben voll Leid und Leidenschaft.
Schon als Sechsjährige war Kahlo an Kinderlähmung erkrankt und hatte seither ein verkrüppeltes Bein. Mit 18 bohrte sich bei einem Busunglück eine Stahlstange so durch ihr Becken, dass sie nur knapp dem Tod entkam. Für Jahre lag sie in Ganzkörpergips, später war sie auf ein Stahlkorsett angewiesen. Sie erlitt mehrere Fehlgeburten und musste mehr als 30 Operationen über sich ergehen lassen.
Die lebenslangen Qualen hat sie in ihren Bildern verarbeitet. Prägend für ihre künstlerische Entwicklung war auch die wechselhafte Beziehung zu ihrem Ehemann, dem weltberühmten revolutionären Wandmaler Diego Rivera, den sie zweimal heiratete. Mit ihrer an der Volkskunst orientierten Kunst konnte sie zunehmend aus dem Schatten des um zwanzig Jahre älteren Partners treten - die Frauenbewegung kürte sie zur Vorreiterin der Emanzipation.
Über die ständigen Seitensprünge ihres Mannes tröstete sich Kahlo mit eigenen Affären hinweg - sowohl mit Männer wie Frauen. Auch der Revolutionär Leo Trotzki gehörte vorübergehend zu ihren Liebhabern. In den 40er Jahren verschlechterte sich der Zustand der Künstlerin dramatisch. 1954 starb sie an einer Lungenembolie. Freunde schlossen auch einen Selbstmord nicht aus.
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