Wollen Lehrstellenbewerber den Schulabschluss nachholen, werden sie dabei von den Arbeitsagenturen unterstützt. So könnten Jugendliche den Abschluss während einer sogenannten berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BVB) machen.
Das erläutert Fraucke Wille von der Bundesarbeitsagentur in Nürnberg. Darüber entscheide der Berufsberater der zuständigen Arbeitsagentur. «Der erste Schritt ist es also, sich dort beraten zu lassen.»
Voraussetzung ist, dass Jugendliche die Schulpflicht erfüllt haben. Außerdem müssen sie nach Einschätzung des Beraters dazu in der Lage sein, den Abschluss im Rahmen der Maßnahme zu schaffen. Für Jugendliche ist sie kostenlos. Sie können dafür sogar eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen, falls sie während der BVB nicht bei den Eltern wohnen können. «Es muss also nicht daran scheitern, dass man auf dem Land wohnt und es dort keinen passenden Bildungsträger gibt», erklärt Wille. Alternativ können die Fahrtkosten übernommen werden.
Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) will mit dem Einsatz von Sozialarbeitern erreichen, dass Jugendliche seltener die Hauptschule abbrechen. Das Kabinett billigte am Mittwoch in Berlin zusammen mit dem Berufsbildungsbericht 2010 ein entsprechendes Hilfsprojekt. Auslöser des Programms sind die Klagen der Wirtschaft über mangelnde Ausbildungsreife der Jugendlichen. Schavan sagte, die Zahl der Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss sei in den vergangenen Jahren zwar von rund zehn Prozent auf sieben Prozent gesunken. Gleichwohl sei ihre Gesamtzahl mit 60 000 pro Jahr immer noch zu hoch.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.




