Krüzen/Krummesse – Für den Vorsteher des Amtes Lütau, Werner Schumacher aus Krüzen, steht fest: „Wir wollen den Kreiswettbewerb auch künftig durchführen, auch wenn alle anderen Kreise in Schleswig-Holstein kaum noch Gemeinden für eine Teilnahme begeistern können.“ Zumal der Wettbewerb seinen Ursprung in diesem unserem Kreis habe und in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen feiert.
Unterstützung findet Schumacher als Kreisvorsitzender des Gemeindetages durch den Kreis Herzogtum Lauenburg. Gemeinsam mit der Kreisverwaltung wurde der diesjährige Wettbewerb ausgerufen und die Gemeinden zur Anmeldung aufgerufen.
Die Erstbereisung der Gemeinden findet während der Rapsblüte im Mai statt. Die Besten qualifizieren sich für eine zweite entscheidende Runde. Die Gewinnergemeinde erhält einen Geldpreis von 3800 Euro. Die ersten vier Dörfer nehmen außerdem am Landeswettbewerb teil, an dem, so Schumacher die lauenburgischen Gemeinden erfahrungsgemäß eine sehr gute Figur machen. In Zusammenarbeit mit dem Leiter für Regionalentwicklung in der Kreisverwaltung, Michael Birgel, wurden die Bewertungsrichtlinien verschlankt. Neben dem politischen Tagesgeschäft bietet der Wettbewerb der Dorfgemeinschaft die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung der eigenen Kommune und seiner Umgebung mitzuwirken. Dabei steht nicht zwangsläufig die „Schönheit des Dorfes“ im Vordergrund, sondern dessen Gestaltung der eigenen Zukunft. Bei der Präsentation müssen die Gemeindevertreter der Jury Antworten auf Fragen zu wirtschaftlichen Initiativen, sozialen und kulturellen Aktivitäten, Grüngestaltung und -entwicklung sowie bürgerschaftliches Engagement zu geben. „Mit Graffiti beschmierte Bushaltestellen oder Hauswände fallen nicht in die Bewertung“, erklärt Frank Hase, Geschäftsführer des hiesigen Gemeindetages.
Die Anmeldefrist für den diesjährigen Wettbewerb läuft noch bis zum 31. März 2012. Schumacher und Birgel freuen sich über jede teilnehmende Gemeinde. Erste Anmeldungen liegen bereits vor. Darunter auch die der Gemeinde Krummesse, deren Gemeindevertretung unlängst einen einstimmigen Beschluss herbeigeführt hat.
Bürgermeister Friedhelm Michaelis freut sich schon auf den Wettbewerb. „Wir sind stolz, unsere Gemeinde und Aktivitäten präsentieren zu können, zumal dadurch auch der Zusammenhalt in der Gemeinde gestärkt werden kann.“ Außerdem sei es eine hervorragende Gelegenheit, die Gemeinde nach außen zu präsentieren und Eigenwerbung zu machen. Dies sei insbesondere für Orte wichtig, die am wichtigen Tourismusgeschäft teilhaben wollen.
Krummesse hat in den vergangenen 22 Jahren bis auf einmal immer erfolgreich teilgenommen, wie man am Börgermeisterhuus ablesen kann. „1999 hatten wir eine Menge Bauarbeiten, da war die halbe Gemeinde aufgerissen“, erinnert sich Michaelis.
Einen besonderen finanziellen Aufwand müsse man bei dieser Bewerbung nicht treiben, fügt er hinzu. „Die meiste Arbeit macht die Vorbereitung und dann die eigentliche Präsentation vor der Jury. Diese Arbeit wird allerdings stets ehrenamtlich erledigt und meist auf viele Schultern verteilt.“
Krummesse selbst könne mit einigen Vorzügen werben. „Die Schönheit des Dorfes steht ja heute nicht mehr so im Vordergrund. Allerdings hat man dann doch den Ehrgeiz, dass alles am Präsentationstag möglichst sauber und hübsch aussieht.“
Die Jury bewertet mittlerweile die Zukunftsfähigkeit einer Kommune höher. Und hier könne Krummesse mit einigen Pfunden wuchern. „Den Zusammenhalt in der Gemeinde erkennt man beispielsweise anhand der verschiedenen Vereine, wir haben rund 30, oder an den Partnerschaften mit anderen Kommunen – Krummesse ist seit 1990 mit der Gemeinde Carlow in Mecklenburg-Vorpommern und seit 1995 mit der Gemeinde Bonningues les Calais in Frankreich liiert.“
Aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen spiele eine Rolle. Krummesse, das teils auf lauenburgischem Kreis-, teils auf lübschem Stadtgebiet liegt, pflegt eine enge Kooperation mit der Hansestadt bei der Feuerwehr. „Wir kümmern uns etwa um das Gerätehaus, das 400 000 Euro gekostet hat und das wir ohne Kreditaufnahme finanziert haben. Dafür sorgt Lübeck für die Fahrzeuge und die Ausrüstung der Feuerwehrkameraden.“
Für den diesjährigen Dörfer-Wettbewerb rechnet sich Michaelis daher durchaus Chancen aus.“
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