Mechow hat Grund zum Feiern: Ab jetzt heizen die 86 Einwohner ihre Stuben mit Fernwärme aus eigener Produktion – und absolut zukunftssicher.
Sichtlich stolz erklärte der Gutshofbetreiber Gert Schardey von der Energiegenossenschaft Mechow bei der Einweihungsfeier mit Spanferkel und Getränken in der Feuerwehrunterkunft, dass Mechow zu den ersten Gemeinden des Kreises zähle, die in einer Genossenschaft ein Fernwärmenetz in sehr kurzer Zeit aufgebaut habe.
Schardey betonte, Mechow sei ein Beispiel dafür, wie ein ganzes Dorf positiv gegenüber einer Biogasanlage eingestellt sein könne. Durch dieses Projekt einer Fernwärmeversorgung, die durch eine Biogasanlage gespeist wird, sei sicher gestellt, dass die Mechower mit ihren meist älteren Häusern auch künftig zu moderaten Kosten heizen könnten. Der örtliche Landwirt und Betreiber der Biogasanlage (BGA), Uwe Janssen, ließ vor den fast 100 Teilnehmern der Festveranstaltung die Entstehungsgeschichte des Mechower Energieprojekts noch einmal Revue passieren. Nach einem ersten Anlauf mit einer BGA kam 2008 die Idee, Biogas und Fernwärme zu kombinieren. Einer positiven Meinungserhebung im Dorf folgten eine Machbarkeitsstudie und die Ermittlung von Fördermöglichkeiten. 2009 gab es die Entscheidung, eine Genossenschaft als bestmögliche Betriebsform zu gründen – die Energiegenossenschaft Mechow eG. Im August 2009 wurden die Aufträge vergeben. Doch dann traten Finanzierungsprobleme auf, ein Scheitern drohte sogar.
Im Herbst 2010 schließlich der Durchbruch: Im Juni 2011 war die Finanzierung mit der RAIBA Mölln unter Dach und Fach, so dass das Projekt in die Realisierungsphase einmündete. Viele Mechower haben selbst Hand angelegt, vor allem auch der Hühnermastbetreiber Uwe Janssen selbst, der gleich in mehrere Rollen während der Bauphase für das Energieprojekt geschlüpft sei, betonte Schardey.
Im Anschluss ging’s hinaus in die Kälte, und die Mechower ließen bei einem Rundgang durch die rund 340 000 Euro teure Anlage zeigen, wie die Wärme für ihre Wohnzimmer entsteht.
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