Matthias Geertz hat der Kurverwaltung Mölln für den 36 Meter hohen Wasserturm auf dem Klüschenberg zur neuen Saison gleich zehn Ferngläser geschenkt. Sie ersetzen das Münzfernrohr auf der Turmspitze. Geertz weiß, wie gefragt die Fernsicht ist, da er unterhalb des Turmes aufgewachsen ist.
Seit Karfreitag ist der Wasserturm nach sechsmonatiger Winterpause wieder geöffnet (die LN berichteten). Der Turm gehört zu den beliebtesten Aussichtspunkten im Herzogtum Lauenburg und lockt pro Jahr bis zu 5000 Besucher an. Die neuen Ferngläser der Firma Geertz Optik aus Mölln können an der Kasse ausgeliehen werden. Auch aus den Fenstern in den fünf Stockwerken ergeben sich reizvolle Ausblicke auf Mölln, seine Seen und das waldreiche Umland. Reizvolle Einblicke und Erfahrungen zur Möllner Naturlandschaft ergeben sich auch aus Ausstellungen auf den Etagen des Turms.
Die 186 Stufen zur Spitze sind fast bis ganz nach oben flach und angenehm zu begehen. Durch das Ausstellungskonzept gibt es dazu noch willkommene Abwechslung. Besucher schweben gleichsam nach oben. Das beginnt im ersten Stock mit der Entstehung der Endmoränenlandschaft. Klingt zunächst langweilig. Wer aber erst den „Eiszeitrap“ an der Audiostation gehört hat oder an anderer Stelle das Knacken der Gletscher, der freut sich schon auf die nächste Station. Lernen und Freude schließen sich im Wasserturm nicht aus.
Im zweiten Stock geht es um die Vielfalt der Möllner Naturlandschaft und im dritten Stock um deren Nutzung. Wer mag, kann unter anderem Waldfrüchte in einer „Black Box“ ertasten. Im vierten Stock stellt sich die Sportfischerei Mölln vor. 9000 Euro gab es für diese Präsentation von der Umweltlotterie „Bingo“.
Wer den fünften Stock und damit das Galeriegeschoss erklimmt, findet dort im lichten Raum eine Ausstellung zu Wasser und Natur der „Fotofreunde Alte Salzstraße“. Der Fotoclub besteht aus den Fotoenthusiasten Sabine Bolduan, Ellen Wolf, Thomas Ebelt und Sigurd Müller. Sie fotografieren derzeit das Erwachen der Natur im Frühling und wollen auch diese Bilder im Wasserturm zeigen ab etwa Mitte des Jahres.
Von hier aus ist die letzte Etage bis zur Aussichtsplattform ein Kinderspiel. Der atemberaubende Rundumblick vom Möllner Wasserturm wirkt nicht wie eine Entschädigung für den beschwerlichen Aufstieg, sondern als lustvoller Höhepunkt einer vielfältigen Naturerkundung.
Der Wasserturm hat sich in den vergangenen sieben Jahren auch äußerlich gemausert. Die beschwerliche Sanierung des Außenmauerwerks ist fast abgeschlossen. Nun fehlt nur noch der Austausch der Turmzinnen. Fast eine halbe Million Euro wurde in das runderneuerte jetzt wieder schicke Außengewand gesteckt.
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