Das war ein Highlight ganz zu Beginn des Jahres: Ratzeburg startet selbstbewusst, mit Witz und Esprit ins Jubiläumsjahr. Der diesjährige Neujahrsempfang der jetzt 950 Jahre alten Stadt fand erstmals im Foyer beziehungsweise in der Mensa der neuen Lauenburgischen Gelehrtenschule statt. Die Weitläufigkeit und gute Luft im Vergleich zu den Räumlichkeiten des Rathauses, der Heimstatt der historischen Gelehrtenschule, wurden von allen Besuchern und auch den Organisatoren gelobt.
Aber nicht nur das Wo, vor allem auch das Wie der Veranstaltung beeindruckten. „Wir wollten im Jubiläumsjahr schon etwas Besonderes bieten“, sagte Bürgervorsteher Ottfried Feußner und versprach damit nicht zuviel. Fast 400 Gäste – aus Politik und Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft – waren der Einladung der Stadt gefolgt und genossen drei Stunden lang gute Unterhaltung.
Begrüßt wurden die Anwesenden von den Sternsingern mit einem Lied, von Bürgermeister Rainer Voß und der Vorsitzenden des Fördervereins Wir in Ratzeburg (W.I.R.) Lara Fabinski mit einführenden Worten. Anschließend folgte Ruth Christensen, Bürgermeisterin der dänischen Partnerstadt Ribe mit einem liebevollen Grußwort.
Holger Martens, Chef des Ratzeburger Vokalensembles zeigte sich anschließend überrascht „von der neuen Schnelligkeit der Verwaltung“ und ließ dem folgenden Programmpunkt vorübergehend den Vortritt, da seine Truppe noch nicht vollzählig war.
Adam Dietrich Jürs, Sekretär der Stadt Ratzeburg aus dem 18. Jahrhundert – alias Christian Lopau –, und sein Nachtwächter (Touristenführer Klaus Lankisch) berichteten aus der fernen Vergangenheit, als Ratzeburg noch einen Überschuss in der Stadtkasse erwirtschaftete. Jürs/Lopau konnte zahlreiche Tipps geben, wie denn das Haushaltsloch der heutigen Stadt gestopft werden könnte. Dabei zitierte er aus den originalen Kämmereirechnungen der Jahre 1761 und 1762. Beispielsweise regte er an, den Straßenzoll wieder einzuführen für all jene, die damals die noch aus Holz gefertigte Brücke zur Insel befahren wollten.
Wie in jedem Jahr wurden auch diesmal wieder die „Bronzenen Löwen“ an Ratzeburger Bürger für ihr ehrenamtliches Engagement verliehen. Bürgervorsteher Ottfried Feußner bat Dr. Fritz Bahrs und Ernst-August Jobmann nach vorn. „Beide Herren waren an entscheidender Stelle in Fachverbänden des Kreissportverbandes tätig, beide sind Ehrenvorsitzende in ihren Vereinen, beide haben gemeinsam den Ball der Ratzeburger Sportler ins Leben gerufen, beide haben großzügige Spenden für unser Gemeinwesen eingeworben, beide haben die Stadt Ratzeburg über Jahre im Kreistag vertreten“, konnte Feußner bei weitem nicht die Liste ihrer Tätigkeiten aufzählen. Bahrs und Jobmann zeigten sich gerührt und bedankten sich bei all ihren Mitstreitern und Unterstützern.
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