Gemeinsamer Sport von Menschen mit und Menschen ohne Behinderung ist eine Utopie für viele Sportarten. Der Rollstuhlbasketball jedoch hat genau das verwirklicht. Aus diesem Grund geht der liberale Bürgerpreis in diesem Jahr an die „Nusse Rams“. Die Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes, die Bundestagsabgeordnete Dr. Christel Happach-Kasan, und der FDP-Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Dieter Ruhland, haben jetzt den mit 300 Euro dotierten Preis an Nadine Bollgehn und Bernd Eickemeyer übergeben.
Die beiden Sportler sind Mitglieder der „Nusse Rams“, einer nicht nur in der Vergangenheit erfolgreichen Sparte des TSV Nusse.
„Der liberale Bürgerpreis zeichnet Menschen aus, die sich für andere Menschen in unserem Kreis engagieren“, erklärte Christel Happach-Kasan. Deutschland sei ein Land, in dem ehrenamtliches Engagement eine große Bedeutung habe: „Unsere Gesellschaft ist ein so attraktives Gemeinwesen, weil Menschen sich mit ihren Wünschen und Ideen einbringen, sie es damit auch anderen ermöglichen, ihr Leben jenseits des Berufes zu gestalten.“
Fraktionschef Ruhland nannte die „Nusse Rams“ beispielgebend. Aus diesem Grunde habe man sich einstimmig für die Rollstuhlbasketballer entschieden, als es um die Entscheidung für den Preisträger dieses Jahres gegangen sei: „Hier wird gute integrative Arbeit geleistet. Die Behinderten können vergessen, dass sie behindert sind. Zudem beweisen die Nusser Sportler eindrucksvoll, was zu leisten sie fähig sind.“
Dass ein ländlicher Verein dieser Sparte die Möglichkeit biete, sich einen Namen zu machen, zeige deutlich, dass auch auf dem Lande etwas Besonderes geleistet werde und dass es sich lohne, auf dem Land zu leben: „Ich gratuliere ihnen von ganzem Herzen. Sie haben den Preis verdient.“ Die Mitglieder der „Nusse Rams“ kommen inzwischen nicht nur aus der Umgebung. Aus Scharbeutz oder Schlagsdorf in Mecklenburg-Vorpommern sind Mitspieler dabei.
Sechs Jahre spielte die Nusser Mannschaft in der zweiten Bundesliga, ein Jahr sogar in der höchsten deutschen Spielklasse. Unterstützt werden die Rollstuhl-Sportler durch einen Förderverein, der jährlich etwa 3000 Euro an die Sparte überweist. Doch das reicht bei weitem nicht aus. Vieles müssen die Sportler selbst finanzieren, ein Sportrollstuhl kostet zwischen 2500 und 3500 Euro. Und die Fahrtkosten zu den Spielen verschlingen noch einmal knapp 3000 Euro. „Da ist es schon toll, dass uns der Borstorfer Motorradhändler Uwe Dähn, wann immer es möglich ist, seinen Kleinbus zur Verfügung stellt. Sonst wären die Reisekosten noch erheblich höher“, sagte Nadine Bollgehn.
Die letzten Spiele bestreiten die Rams am 18. März in der Sporthalle Nusse. Dann geht um den Titel in der Oberligameisterschaftsrunde. Die Chancen den Titel nach Nusse zu holen, stehen nicht schlecht.
Infos unter http://www.rollstuhlbasketball-nusse.de
im Internet.
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