Die Kurzfilmwerkstätten von Karl-Heinz Geisendorf sind in Hamburg bereits beliebt und bekannt. Nun hat der hauptberufliche Drehbuchautor, der schon viele bekannte Hörspiele schuf, in Schwarzenbek einen Kurzfilm gedreht. Seit September hat er mit Schülern der Grund- und Gemeinschaftssschule (GGS) geprobt, gedreht und geschnitten. Herausgekommen ist der kleine Film „Die Unheimlichen“. Die Hauptrolle spielt ein grüner Außerirdischer, der auf dem Schulhof in Schwarzenbek landet.
„Wir hatten nur elf Drehtage Zeit, um den Film abzudrehen“, berichtet der Regisseur. Das klingt für einen zehnminütigen Film erstmal viel. Doch eigentlich waren es nur elf mal zwei Schulstunden. So viel Zeit hatten die Hobbyfilmer im Rahmen der „Kurzfilmwerkstatt“, als Betreuungsangebot im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OG) zur Verfügung. „Herr Geisendorf ist an uns herangetreten mit der Idee“, erklärt Cornelia Hamann, Koordinatoren der OG. Schnell hätten sich einige Schüler gefunden, die sich den Traum erfüllten, als Schauspieler auf dem Bildschirm zu glänzen. Die Motivation war so groß, dass einige Schüler in die „Kurzfilmwerkstatt“ kamen, als sie eigentlich hätten krank im Bett liegen müssen.
„Film und Schauspiel interessieren mich. Ich habe mich sofort für den Kursus angemeldet“, berichtet etwa die elfjährige Celina. Sie spielt den Außerirdischen, der einen weißen Anzug, Antennen auf dem Kopf und reichlich grüne Schminke im Gesicht trägt. „Wir haben sie vor dem Drehen extra 20 Minuten geschminkt“, erzählt Geisendorf. Damit standen dem Team noch weniger Zeit für die Aufnahmen zur Verfügung. Der Autor glaubt, dass gerade dieser Aufwand sehr erkenntnisreich für die Schüler ist. „Kinder lernen, beim Filmen geduldig zu sein. Denn sie arbeiten über Wochen an einem Projekt“, sagt Geisendorf.
Den Lohn bekamen die Schüler dieser Tage. Etwa 50 Eltern sahen den Film im Forum der GGS, per Beamer an eine Wand projiziert. Im Vorspann schon flatterten ihre Namen in großen Buchstaben über die Leinwand. Bei jedem neuen Namen gab es Jubel von den Zuschauern. Witzige Dialoge und eine Reihe von Spezialeffekten versetzten die Zuschauer in Erstaunen. „Wir haben viel mit grünen Hintergründen gearbeitet, auf die wir später Effekte projiziert haben. So zum Beispiel werden eine leuchtende Wahrsager-Kugel und die diabolischen Augen einer Darstellerin mit übersinnlichen Kräften gezeigt. Die Guten wollen der Außerirdischen helfen, während die Bösen die Baupläne für das Raumschiff stehlen wollen. Mit Gedankenkraft gelingt es einem Mädchen, den Bösewichten einen Tisch entgegenzuschleudern. „Ich wusste, dass ein Film viel Arbeit bedeutet“, sagt der Kameramann Jonas (11). Trotzdem habe alles gut geklappt. „Wir waren einfach ein gutes Team. Viele Szenen klappten auf Anhieb“, erklärt Jonas. Dass es auch viele Versprecher gab, zeigt Geisendorf mit den sogenannten Outtakes: Ein kurzer Film mit den schönsten Versprechern.
Ganz nebenbei hat er einen weitern ulkigen Film geschnitten, der dokumentiert, wie aufwendig das Schminken vor den Dreharbeiten war. „Damit haben wir uns nun bei einem Kurzfilmwettbewerb beworben.“
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