Das eisige Wetter dieser Tage weckt Erinnerungen an den Winter 1996: Damals war das Treibeis auf der Elbe im Februar zum Stillstand gekommen. In Tesperhude bei Geesthacht konnte man zu Fuß den gut 300 Meter breiten Fluss überqueren. Am Ufer herrschte Volksfeststimmung, es gab Bratwurst- und Glühweinstände, Autos von Touristen verstopften die Elbuferstraße. Als später wieder milderes Wetter herrschte, mussten die in Geesthacht stationierten Eisbrecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes das dick aufgetürmte Packeis 230 Kilometer weit bis Magdeburg aufbrechen. Ein Job, der sich wochenlang hinzog. Solange war die Schifffahrt auf der Elbe eingestellt.
Danach sieht es jetzt noch nicht aus. Doch die Verantwortlichen des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) beobachten die Lage. Als Schwachstelle im Eisabfluss gilt das Stauwehr unterhalb der Geesthachter Elbbrücke. Hier wurde 1993 der Eisbrecher „Bison“ tagelang in den mehrere Meter hoch aufgetürmten Eismassen von den Naturgewalten eingeschlossen, die Besatzung musste das Schiff verlassen. Vorsorglich wurden am Freitag acht der zehn im Geesthachter Hafen stationierten Eisbrecher nach Hamburg verlegt. Von hier aus sorgen sie für einen reibungslosen Ablauf der Eisschollen in Richtung Nordsee.
Zwei Eisbrecher bleiben vorsorglich in Geesthacht liegen, um von hier aus operieren zu können. Die Spezialschiffe leisten bis zu 1200 PS. In den beiden vergangenen Wintern waren die Besatzungen stark gefordert, weil auf der Elbe sowie im Elbe-Lübeck-Kanal und im Elbe-Seiten-Kanal wochenlang Eiszeit herrschte. Erstmals ist in dieser Saison der beim WSA in Geesthacht neu in Dienst gestellte Eisbrecher „Keiler“ mit am Start. „Wir können noch nicht abschätzen, wie lange der Einsatz dauern wird. Es soll ja noch richtig kalt bleiben", sagt Andreas Schultz, der Einsatzleiter der Eisbrecherflotte.
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