Mölln/Ratzeburg – Es tut sich was bei der Deutschen Bahn: Das Unternehmen will in Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2015 etwas mehr als 430 Millionen Euro investieren, und auch die beiden Nachbarstädte Mölln und Ratzeburg sollen in den Genuss größerer Investitionen kommen. Das betrifft allerdings nicht die Bahnhöfe selbst, denn die gehören längst nicht mehr der Bahn. Die Möllner Liegenschaft ist im Besitz der Stadt, die Ratzeburger wurde an den Touristikunternehmer Oliver Victor verkauft.
Die Gleise, Bahnsteige und Signalanlagen auf der gesamten Strecke zwischen Büchen und Lübeck sind aber nach wie vor im Bahnbesitz, und sie sollen mit einem Teil der Investitionssumme teils saniert, teils modernisiert werden. „Das höre ich zwar schon seit Jahren, aber nun soll es wohl wirklich losgehen“, freut sich Möllns Bürgermeister Jan Wiegels – und zitiert in diesem Zusammenhang seinen Bürgermeisterkollegen Uwe Möller aus Büchen: „Wer mit der Bahn zu tun hat, braucht einen sehr langen Atem“. Allerdings versicherte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis den LN: „Das ist sicher, dass das jetzt kommt.“ Über Bauzeiten könne er noch nichts sagen, aber die Planungen für die Umbauarbeiten hätten immerhin bereits begonnen.
Nach den Informationen, die die Stadt Mölln von der Deutschen Bahn erhalten hat, ist unter anderem eine Bahnsteig-Aufschüttung geplant. Sie soll bewirken, dass gehbehinderte Menschen die Regionalzüge deutlich leichter betreten und verlassen können. Meyer-Lovis bestätigte das: Es gehe um die Erhöhung der Bahnsteige, und zwar in Zuglänge. Eine neue Bahnhofsuhr soll in Mölln auch montiert werden – die alte war schon mehrmals kaputt, und Ersatzteile für dieses schon fast historische Modell sind kaum noch zu bekommen. Außerdem soll der Möllner Bahnhof moderne elektronische Anzeigetafeln erhalten, auf denen zum Beispiel eingeblendet werden kann, ob und wie viel Verspätung ein bestimmter Zug hat.
Die Stadt Mölln hatte das eigentliche Bahnhofsgebäude vor drei Jahren für 300 000 Euro gekauft und arbeitet derzeit an einem Nutzungskonzept. Vor allem die wegen Vandalismus geschlossene Halle soll wieder belebt werden – mit einem Fahrkartenschalter und einem Laden. nd/mst
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.




