Das ist ein geradezu mystischer Ort an der Elbe bei Schnakenbek. Dort wachte einst die Ertheneburg über die einzige Furt weit und breit. Die Alte Salzstraße ging hier durchs Wasser.
Am Sonntag ab 15 Uhr bauen die Künstler der Gruppe „Akron“ den Fahnenwald wieder ab, jedoch wie es ihm gebührt mit lyrischen Texten und in gemessenem Tempo. Besucher erleben den temporären „Klosterraum“ nochmals bei sogenannten Wahrnehmungsgängen. „In zwei Stunden ist man langsam auf dem Platz angekommen“, berichtet Christian Elster (59), Psychologe und Kopf der Gruppe „Akron“ (siehe auch Porträt).
Sechs Wochen mit teilweise bis zu acht Leuten haben die Künstler gebraucht, um den mystischen Ort mit ihren Gebetsfahnen zu markieren und zu überhöhen. Die rotbraunen, roten, orangefarbenen, gelben und weißen Fahnen hängen an Bambusstangen, die 60 Zentimeter ins Erdreich gesteckt werden mussten. Gleich zu Anfang wurden rund 30 Fahnen über Nacht zerdeppert, das Ei beschmiert. Seitdem organisierten die Künstler Nachtwachen und entfernten das Ei. Jetzt wurden tagsüber ganze Bündel von Fahnen entwendet. Der „Landschaftstempel“ blieb jedoch trotz dieser Attacken weitestgehend erhalten. Der Eintritt ist eben frei. Hundebesitzer, Spaziergänger und Jogger erlebten täglich den kunstvoll transformierten Landschaftsraum. Je nach Wetterlage veränderte er täglich sein Gesicht. Und die Qualität des künstlerisch überhöhten Ortes ließ sich bei zwei Aktionen in besonderer Weise erleben. Das „nu Art trio“ aus Stuttgart erspürte den „Klang aus dem Moment“ bei Improvisationen mit Stimme, Geige und Saxophon. Und bei „Atme die Stille“ konnten sich Besucher mit Texten und Meditationen zum Schlag eines Gonges auf die Fahnen im Wind einlassen. Dazu leuchtete sogar noch der Mond.
Auch das fehlende Ei hätte Antworten geliefert. „Jeder sitzt im Ei, merkt das aber nicht“, sagt Christian Elster. Das Selbstverständliche sei der eigene Kosmos. Die Landart der Gruppe „Akron“ versuche, das Unsichtbare sichtbarer zu machen. Dazu gehöre, einen Ort „sprechen zu hören“. Die Fahnen dienten nur als Instrument, um in eine neue Welt zu stolpern. Dort könne die eigene Schale „gesprengt“ werden.
Das Glüsinger Ufer an der Elbe liegt hinter dem „Glüsinger Forsthaus“ in Schnakenbek. Ein Schild „Kultursommer am Kanal“ weist den Weg vom Parkplatz. Infos zu „Akron“ unter http://www.unser
Haus-ce.de im Internet.
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