Wenigstens 9 der 35 Wahlkreise wolle er gewinnen: Die 5 in Kiel und Lübeck sowie Elmshorn, Pinneberg, Neumünster und Flensburg zählte der Kieler Oberbürgermeister auf. „Die holen wir auf jeden Fall.“ 2009 hatte die SPD nur 6 - von damals 40 - Wahlkreisen in Kiel und Lübeck erobert.
Die Nord-SPD hatte am Freitagabend Albig offiziell zum Spitzenkandidaten gewählt. Der 48-Jährige erhielt als einziger Bewerber 188 von 194 gültigen Stimmen für Platz eins der Landesliste und damit 96,9 Prozent. Für Platz zwei hat der Landesvorstand die 36 Jahre alte Landtagsabgeordnete Serpil Midyatli nominiert. Auf Rang drei trat der Landes- und Fraktionsvorsitzende Ralf Stegner (52) an, der einen Mitgliederentscheid gegen Albig um die Spitzenkandidatur klar verloren hatte. Fachwissen, Geschlechtergerechtigkeit, regionale Ausgewogenheit und Verjüngung nannte Stegner als Hauptkriterien für die Aufstellung der Liste.
Als Gastrednerin begrüßte der Parteitag anstelle des erkrankten Parteichefs Sigmar Gabriel dessen Stellvertreterin Manuela Schwesig. „Es geht am 6. Mai darum, dass die unzuverlässige schwarz-gelbe Landesregierung in Kiel abgelöst wird“, sagte die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für mehr soziale Gerechtigkeit und einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn sprach Schwesig der eher linken Nord-SPD aus dem Herzen. „Markt und Menschlichkeit müssen wieder zusammengebracht werden, und die Betonung liegt auf Menschlichkeit.“ Dem Bundespräsidenten Christian Wulff warf Schwesig eine Schnäppchenjägermentalität vor, mit der er alle Vorurteile gegenüber der Politik verstärke. Das Staatsoberhaupt sei keine moralische Instanz mehr.
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