Das Problem: Die modernen Fahrzeuge sind zu groß und passen nicht mehr in die alten Gerätehäuser. In den Kommunen ist bereits von einer Investitionslawine die Rede: „Wir wissen nicht, wie wir die notwendigen Mittel aufbringen sollen“, sagt Jörg Bülow, Geschäftsführer des Gemeindetages.
Es wird zu eng im Spritzenhaus
1400 Freiwillige Feuerwehren gibt es in Schleswig-Holstein – und die Liste der Wehren mit Platznot wächst. „Viele Fahrzeuge im ländlichen Bereich sind 30 Jahre und älter und nicht mehr den modernen technischen Anforderungen gewachsen“, sagt Peter Schütt, Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes (LFV) in Kiel. Längst gehe es nicht mehr allein darum, Brände zu löschen. „Zwei Drittel aller Einsätze sind technische Hilfeleistungen bei Unfällen“, sagt Schütt. Folge: Neben einem 400-Liter-Wassertank ist technisches Gerät wie Atemschutz, Schere und Spreizer genormter Standard bei Neuanschaffungen. Hatten die Fahrzeuge in den 1970er Jahren noch ein Gewicht von 4,5 Tonnen, wiegen diese heute ab 7,5 Tonnen aufwärts – und sind deutlich höher und länger. Die Konsequenz: „Vielerorts sind die Gerätehäuser oder Hallen zu klein“, sagt Schütt.
Ein Problem, mit dem die Kommunen als Träger der Wehren allein fertig werden müssen. „Und das kann richtig teuer werden“, sagt Thomas Keller, Bürgermeister in Ratekau (Kreis Ostholstein). Gleich mehrere Ortswehren mussten jetzt nicht nur neue Fahrzeuge (Kosten: 280 000 Euro) kaufen, sondern benötigten auch größere Gerätehäuser, die mit 450 000 Euro zu Buche schlagen. „Das sind gewaltige Summen“, sagt Keller. Kein Einzelfall: Auch in Reinbek (Kreis Stormarn) passt das neue Rettungsfahrzeug nicht in die Halle. Im Amt Trave-Land (Segeberg) kämpfen gleich eine Handvoll Dörfer mit Platzproblemen.
„Wir haben große finanzielle Sorgen, zumal wir vielerorts die Neuinvestitionen nicht noch weiter hinauszögern können“, sagt der Kieler Gemeindetag-Chef Bülow. Und es droht weiteres Ungemach: „Die Umrüstung auf Digitalfunk wird die Kommunen etwa zehn Millionen Euro kosten, an denen sich unsere Landesregierung – anders als beispielsweise Bayern oder Baden-Württemberg – allerdings nicht beteiligt“, kritisiert Jörg Bülow.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.




