Endlich Schnee, endlich Eis, endlich Schlittschuhfahren. Darauf haben die Geschwister Anka, Helene und Till aus Lübeck lange gewartet. Gemeinsam mit Mama Anne und Papa Matthias Wagner waren die drei gestern den ganzen Tag auf dem Ruppersdorfer Moor bei Ratekau unterwegs.
„Das macht einfach super viel Spaß“, findet der neunjährige Tim. Auf dem zugefrorenen See schlittert er mit seinen Schwestern um die Wette. Angst davor, dass das Eis brechen könnte, haben die Eltern nicht. „Vorhin waren Leute da, die gemessen haben: Die Eisschicht ist über zehn Zentimeter dick. Da kann eigentlich nichts passieren“, sagt Matthias Wagner. Außerdem sei der Teich nur etwa einen Meter tief. „Das minimiert die Gefahr noch zusätzlich“, ergänzt er.
Die Feuerwehr warnt trotz der anhaltenden Minusgrade und dem vermeintlich dicken Eis vor dem Betreten der Eisflächen. „Es gibt immer ein Risiko. Und wenn man einbricht, besteht Lebensgefahr“, sagt Michael Utech von der Lübecker Feuerwehr. Zum sicheren Eislaufen würden sich vor allem überschwemmte Wiesen anbieten. Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann auch auf die Eislaufbahn auf dem Markt in Lübeck oder in die Eishalle in Timmendorfer Strand ausweichen.
Susanne und Lena Scheibe sind im Schnee unterwegs: Die beiden Winterfans, die auch gerne zu Skiwanderungen in die Alpen fahren, haben ihre Sportgeräte aus dem Keller geholt und freuen sich, endlich mal wieder im Norden Langlaufen zu können. „Es könnte zwar etwas mehr Schnee liegen, aber um einfach mal ein bisschen zu fahren, reicht das schon“, sagen Mutter und Tochter erfreut. Sobald der erste Schnee liegt, halten die beiden Ausschau nach geeigneten Strecken für ihre Langlaufskier. Sollte in der kommenden Woche noch mehr Schnee fallen, werden wohl auch wieder größere Strecken im Norden gespurt. Sowohl im Segeberger als auch im Dodauer Forst bei Eutin stehen die Loipenspurmaschinen schon bereit. „Wenn wir noch fünf bis zehn Zentimeter mehr Schnee bekommen, legen wir los“ berichtet Peter Netemeyer, der als Naturpark-Ranger im Raum Eutin für die Loipen zuständig ist.
Was auch bei relativ geringen Schneemengen gut geht: Rodeln. An zahlreichen Hängen und Hügeln im Norden sind Kinder, Jugendliche und zum Teil auch Erwachsene mit ihren Schlitten unterwegs. „Dafür ist man nie zu alt“, findet Christian Felke. Gemeinsam mit Tochter Emma und vielen anderen Besuchern saust er den Hügel im Drägerpark hinab.
Etwas ausgefallener mögen es Peter Hinze und seine Freunde von der Eissegel-Gemeinschaft Hemmelsdorfer See. Mit ihren Eisseglern jagen sie mit bis zu 80 Kilometer in der Stunde über den zugefrorenen See. Bevor sie jedoch loslegen, wird die Eisdecke des Sees genauestens geprüft. Außerdem haben sie immer ein Rettungskanu mit dabei. „Die Sicherheit geht nun mal vor“, sagt Hinze.
Wer es gern etwas ruhiger mag, kann an vielen schönen Ecken in Schleswig-Holstein spazieren gehen. Ob am Meer, in den Wäldern oder an einem der zahlreichen Seen – überall finden sich Wege, die sich für ausgedehnte Sonntagsspaziergänge eignen. Das eiskalte Vergnügen ist auch gesund: „Es ist auch im Winter wichtig, sich ausreichend zu bewegen“,erklärt Physiotherapeutin Kathrin Jacoby aus Lübeck. Bewegung an der kalten Luft sei gut für Kreislauf, Herz und Lunge. Die Empfehlung der Expertin: „Tun sie sich und ihrem Körper etwas Gutes – gehen sie ’raus und bewegen sie sich.“
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.




