Pardon, nicht nur: Es geht auch um Grippe. Chefinspektor Eisner (Harald Krassnitzer) hat sie und leidet wie ein Hund, fühlt sich elend, steckt alle anderen an und bringt am Ende, inzwischen wieder putzmunter, die beiden übelsten Serbenschurken, nach denen das Haager Kriegsverbrechertribunal seit Jahrzehnten vergeblich sucht, ganz allein zur Strecke, einmal tödlich, einmal fast. Uff. Dieser Tatort-Krimi hat viele spannende Momente, ist nie langweilig, oft amüsant – aber nicht so recht lebensnah und entschieden zu blutrünstig.
Größter handwerklicher Fehler: Eisner geht mit seiner inzwischen psychisch fast schon zu stabilen Assistentin Bibi (Adele Neuhauser) in eine Serben-Kneipe, lässt sich dort auf serbisch von einem frechen Draufgänger minutenlang beschimpfen – und erkennt den Typen nicht wieder, als er zehn Filmminuten später als Leiche vor ihm liegt. Wie bescheuert ist das denn???
Seit Eisner die schrullige Bibi an seiner Seite hat, haben die Wiener Tatort-Folgen mächtig gewonnen. Aber beim nächsten Mal kann Bibipüppi bitte wieder eine Krise haben, zwei bis drei Tote täten’s auch, bittschön, und der Eisner Moritz muss auch nicht den Rambo spielen, wenn er gerade vom Grippelager auferstanden ist. Immerhin hat der Held am Ende noch eine gebrochene Szene, als er im Psychoduell den Oberschurken psychisch niederringt, unter Einsatz eines Kinderlebens, und dann nur mit Mühe von einer Hinrichtung abzuhalten ist.
Das hätte ein starker Schluss sein können. Stattdessen kommen kurz vor dem Abspann zwei dubiose Balkan-Kerle um die Ecke und lassen den Zuschauer mutmaßen, es gebe noch die Leichen Nummer 16 und 17. Das ist nun wirklich zu viel der Toten.
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