Damit reduziert sich die Zahl der fahrbaren Blitzer in Lübeck von drei auf zwei. Die Polizei begründet den Rückzug mit Personalmangel, die Stadt kündigt Protest gegen die Entscheidung an.
Politiker kritisieren Polizei-Rückzug
Mitte Dezember habe die Polizei den Entschluss gefasst, die Kooperation aufzukündigen, sagt Polizeisprecher Stefan Muhtz. Nur noch dieses Jahr halten Beamte mit ihrem mobilen Blitzer Ausschau nach Temposündern in der Hansestadt. Ab dem 1. Januar 2013 soll die Aufgabe ausschließlich in städtischer Hand liegen.
Von allen vier kreisfreien Städten in Schleswig- Holstein ist Lübeck die einzige Kommune, in der solch eine Kooperation besteht – seit 1996. Außerdem arbeiten acht Kreise, darunter Ostholstein, Stormarn und Segeberg, mit der Polizei zusammen. Nun wird in der Hansestadt Schluss damit sein. „Wir können uns solch eine Doppelbesetzung nicht mehr leisten“, sagt Muhtz. „Wir brauchen jeden Mann.“ Inzwischen verfüge die Stadt über ausreichend geschulte Mitarbeiter, so dass ein polizeiliches Engagement nicht mehr nötig sei. Muhtz: „Wir haben viele andere Kernaufgaben.“
Zudem zeigen die aktuellen Zahlen, dass Geschwindigkeitsverstöße in Lübeck nicht mehr Hauptunfallursache seien. Lediglich 204 Fälle wurden 2010 registriert – dem gegenüber stehen 397 Unfälle durch falsches Abbiegen beziehungsweise 372 Zusammenstöße, bei denen die Vorfahrtsregeln nicht korrekt beachtet wurden.
Die Stadtverwaltung verfolgt den polizeilichen Rückzieher mit Sorge. „Wir können nur hoffen, dass die Zahl der Raser nicht zunehmen wird“, so Stadtsprecher Marc Langentepe. Das Ordnungsamt wird die Lücke nicht schließen: „Wir können kein zusätzliches Personal einstellen“, sagt Langentepe. Komplett einstellen will die Polizei ihre Jagd auf Temposünder allerdings nicht – mit der Laserpistole wird sie weiter am Straßenrand stehen. „Wir werden schwerpunktmäßig kontrollieren“, sagt Sprecher Muhtz – an Unfallschwerpunkten oder besonderen Gefahrenbereichen wie Schulen oder Kindergärten. „Allerdings auf ganz kleinem Niveau.“
Die Stadt hofft nun, die geplanten 28 Blitz-Säulen noch 2012 aufstellen zu können. Ob das gelingt, ist fraglich – es fehlt das Geld für die Anschaffung.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.




