Carstensen macht Uniklinik-Streit nicht zur Chefsache
Nach dem Brandbrief der Klinikdirektoren gibt es ein Treffen am 4. April - ohne den Ministerpräsidenten.
Nach dem Brandbrief der Klinikdirektoren gibt es ein Treffen am 4. April - ohne den Ministerpräsidenten. Am Uniklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) brennt die Luft – doch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) will nicht eingreifen. Er werde sich aber über die Ergebnisse der Gespräche unterrichten lassen, heißt es im Antwortschreiben. Die Chefärzte sind enttäuscht, werden das Treffen am 4. April aber nicht boykottieren. Zu dem Gespräch kommen die drei Aufsichtsräte der Ministerien, der Vorstand und je zwei Klinikchefs aus Lübeck und aus Kiel, um die verfahrene Situation zu besprechen. Die war zuletzt eskaliert. Die gesamte Riege der Klinikchefs aus Kiel und Lübeck hatte sich gegen das Budget für 2011 gewehrt, weil sie das Patientenwohl gefährdet sehen. Die Direktoren sollen zehn Millionen Euro einsparen, damit das UKSH eine schwarze Null erreicht. Das macht für jede Klinik ein Sparpaket von zehn Prozent aus. Die Chefärzte forderten in einem Brandbrief ein Gespräch mit Carstensen. Der UKSH-Vorstand drohte daraufhin den Klinikchefs unverhohlen in einem Info-Brief an alle Mitarbeiter. Auf das „rufschädigende Verhalten“ hätte ein „privater Klinikbetreiber ohne Wimpernzucken mit Entlassungen reagiert“. Zudem wurde die Lübecker Frauenklinik von Prof. Klaus Diedrich mit schlechten Zahlen vorgeführt. Dem Vernehmen nach haben sich die Klinikchefs dagegen vehement gegenüber dem Vorstand gewehrt. Einen Tag später kam ein neuer Info-Brief von Vorstand und den Klinikdirektoren heraus, der die Wogen glätten sollte. jvz
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