Lübeck – Der VfB Lübeck ist in der nächsten Saison nicht im DFB-Pokal vertreten. Die Grün-Weißen verloren im Landespokal-Finale auf der Lohmühle mit 0:3 (0:1) gegen Holstein Kiel. Mindestens 100 000 Euro, die der Klub dringend benötigt, gehen damit verloren.
„Das ist enttäuschend. Wir haben gebrannt, aber nicht richtig gekämpft. Wir haben unsere normale Leistung nicht abrufen können“, sagte der Ex-Kieler Tim Siedschlag. „Das 0:1 hat uns das Genick gebrochen. Zum Schluss haben wir aufgemacht und dadurch zwei dumme Konter kassiert. Kiel hat verdient gewonnen“, erkannte Danny Cornelius. Und Marcel Gebers ergänzte: „In der ersten Halbzeit sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Nach der Pause mussten wir das 1:1 machen. Mein Eigentor ist natürlich total bitter.“
Bitter: Es gab außerhalb des Rasens, aber auch auf dem Grün Ausschreitungen. Diese Eindrücke konnte auch die schöne Choreografie der Fans nicht wegwischen, die ihre VfB-Spieler (in den neuen grün-weiß quergestreiften Trikots) im Stadion mit einem grünen Fahnenmeer empfingen. „Geht raus! Spielt Fußball! Haut sie weg! Holt den Pokal!“ stand auf mehreren zusammengestellten Plakaten vom G1- bis zum G5-Block. Dazu riesengroß auf Plakaten, die von Holzpfählen gehalten wurden, der Pokal und das VfB-Wappen. Ein geiles Bild.
Trainer Peter Schubert hatte wieder seine etatmäßige Viererkette aufgeboten, dazu Lange und Röhr als Sechser, Wehrendt kam über rechts, Cornelius über links. Und vorn wirbelten Duspara und Richter. Schwungvoll begann es auf dem Spielfeld. 3. Minute: Freistoß Siedschlag aus 25 Metern, knapp drüber. 18. Minute: Torhüter Melzer ist vor Schüßler am Ball. 29. Minute: Duspara schießt im Fallen rechts vorbei.
Dann die Schrecksekunde: Jürgensen hämmert einen Freistoß aus 18 Metern links unten ins Netz. Melzer sieht den Ball wohl zu spät – 0:1 (35.). Der VfB antwortet mit einem 30 m Schuss von Siedschlag – aber links oben vorbei (41.).
Unschöne Szenen kurz vor der Pause. Hohnstedt wird übel gelegt, Schiedsrichter Hahn lässt weiterspielen, ein Lübecker foult als Revanche Schüßler direkt vor dem G1-Block. VfB-Fans werfen mit Bier- und Wasserbechern Richtung Kieler Mittelfeldspieler. Das erinnerte stark an den Bierbecherwurf auf St. Pauli. Sogar die Polizei marschiert auf. Doch es gibt weder die fällige Rote Karte, noch wird das Spiel unterbrochen. Halbzeit. Rote Bengalos im VfB-Block. Es geht trotzdem weiter. Jürgensen foult Duspara. Elfmeter? Schiedsrichter Hahn lässt weiterspielen (54.). Auf der Gegenseite köpft Sykora den Ball an die Latte (61.). Dann vergibt Duspara freistehend nach Flanke von Cornelius (66.).
Die nächsten Minuten wurden für den VfB zu einem bitteren Abend. 67. Minute: Schüßler passt von der rechten Seite in die Mitte, Gebers trifft den Ball unglücklich ins eigene Tor – 0:2. 80. Minute: Dieses Mal bringt Heider den Ball von rechts in die Mitte, Lindner trifft – 0:3. Sitzschalen fliegen aus dem G1-Block. Abpfiff. Die Situation eskaliert, Fans stürmen auf den Rasen, die Spieler flüchten. Den Pokal gibt es für Holstein erst später. Diskussionen in den Katakomben. SHFV-Sicherheitsbeauftragter Eddy Münch erklärt: „Wir müssen zeitnah mit der Polizei sprechen.“
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