Die FDP hat eine entsprechende Klausel im Koalitionsvertrag mit der CDU durchgesetzt. „Wir haben die entsprechende Passage hineinverhandelt und werden das Thema auf die Tagesordnung des nächsten gemeinsamen Arbeitskreises in der kommenden Woche setzen und mit der Union diskutieren“, sagt Günther Hildebrand, tierpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion. Bei der CDU heißt es: „Was im Koalitionsvertrag steht, das gilt“, so Sprecher Dirk Hundertmark.
Das Kieler Umweltministerium hat sich schon einmal den Hamburger Bundesrats- Antrag schicken lassen. „Man muss diskutieren, ob derartige Dressuren wilder Tiere noch zeitgemäß sind, vor allem aber, ob sie aus Tierschutzaspekten akzeptabel sind“, so Ministeriumssprecher Christian Seyfert.
Für Marlies Fritzen von den Grünen gibt es keine zwei Meinungen: „Wildtiere gehören nicht in den Zirkus.“ Eine artgerechte Haltung sei unmöglich. Länder wie Österreich oder Großbritannien hätten bereits entsprechende Gesetze erlassen. „Wir sind nicht bereit, über tierquälerische Haltungszustände hinwegzusehen, nur um attraktive Shows zu liefern“, argumentiert Antje Jansen von den Linken. Aus demselben Grund habe ihre Partei in Lübeck versucht, die Dressuren beim Gastspiel vom „Circus Krone“ zu verhindern.
Der Münchener Traditionszirkus hat inzwischen Quartier in Hamburg bezogen, sieht der Bundesratsinitiative gelassen entgegen. Sprecher Frank Keller: „Es haben schon andere Städte und Länder versucht, Wildtierverbote durchzusetzen, und sind alle gescheitert.“ Alle juristischen Auseinandersetzungen seien bislang gewonnen worden. Die Länderkammer hatte bereits 2003 eine Entschließung zum Verbot der Haltung wildlebender Tierarten im Zirkus gefasst. Geschehen sei jedoch nichts.
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