Lübeck – Das Konzept ist so einfach wie ausgefallen: Man miete einen Waschsalon, lade junge Comedians ein und sorge für die nötige Werbung. Heraus kommt ein Format, das als „Nightwash“ zur Kultserie im WDR und auf EinsFestival avancierte. Der Erfinder Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser tourt mit seinen Spaßmachern derzeit durch Norddeutschland und war im ausverkauften Filmhaus Lübeck zu Gast. Die Komiker erzählten nicht nur Witze und zogen Grimassen. Hiphop-Einlagen und eine urkomische Interpretation von Carl Orffs Carmina Burana ließen die Zuschauer in ihren Kinosesseln sich vor Lachen schütteln.
„Ich habe es gehasst, wenn mein Onkel bei Hochzeiten in der Verwandtschaft sagte: ,Du bist auch bald dran’. Doch ich habe mich bei Beerdigungen mit dem gleichen Satz an ihm gerächt“, sagt Rainer Hersch, ein roter Lockenkopf mit britischem Akzent. Der Engländer spielte auch Didgeridoo – teilweise auf einem Staubsaugerrohr. Der Höhepunkt war, als der Brite den Zuschauern eindrucksvoll zeigte, was er vom Text der Carmina Burana versteht. An passender Stelle hielt er Schilder mit kuriosen Falschverstehern in die Höhe, der Saal tobte. Kabarettist Thies Neubert, bekannt aus dem Quatsch Comedy Club, war der solide Stand up Comedian des Abends.
„Onkelfisch“ kamen zu zweit. In schwarzen Anzügen sagten sie der Herzensdame mit einem Song aus dem Gangsterrap-Genre, warum sie eigentlich mehr im Haushalt täten, auch wenn es nicht so aussehe. Sie sparten dabei nicht an Grimassen und Tanzeinlagen auf der Bühne. Am Schluss wurde ein Mitglied von Onkelfisch zur Bauchrednerpuppe des anderen – sehr kurios.
Nach einem zweistündigen Programm gaben die Comedians auf der Bühne alle zusammen eine improvisierte Zugabe. Mit eine Flasche Bier in der Hand verteilten die Komiker später am Ausgang des Filmhauses reichlich Autogramme und plauderten mit den Gästen. Das Filmhaus verspricht: Nightwash kommt wieder.
Florian Grombein
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