Gedenken an unvorstellbares Leid
Das Leid beim Namen genannt: Hier erinnert Horst Wandersleben an die Jüdin Betty Fisch, die aus Lübeck verschleppt wurde.
Foto: Tim Jelonnek
Die Gedenkstunde wurde von der Initiative Stolpersteine in Lübeck, der Künstlergruppe Esperanza und der Interkulturellen Begegnungsstätte Haus der Kulturen veranstaltet. Im Mittelpunkt der stillen Feier mit rund 50 Teilnehmern standen kurze Lesungen, in denen Namen der Opfer genannt und ihr Schicksal geschildert wurde, wie das der Geschwister Prenski, der Familie Katz oder der Carlebachs. Anke Kock sang Lieder von Ilse Weber, die diese im Konzentrationslager Theresienstadt geschrieben hatte; Professor Rolf Verleger sprach das Gebet „El male rachamim“. „Erinnert Euch, gebt die Erinnerung weiter“, war die zentrale Mahnung der Gedenkstunde. Auch heute wieder müsse „aktiver Widerstand gegen Nazis geleistet werden“. „Ich bin dankbar, in einer Stadt zu leben, in der das Gedenken an das Unfassbare lebendig erhalten wird“, sagte Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer.
„Hinsehen statt wegschauen“, fordern auch 150 Schüler der Geschwister-Prenski-Schule, die am Vormittag gemeinsam mit Lehrern einen Mahnmarsch von der Lübecker Synagoge zum Bahnhof unternahmen, wo vor 70 Jahren die Deportation der Juden begann. Am Bahnhof machten sie darauf aufmerksam, dass „wir auch heute hinsehen müssen, wenn uns Unrecht und Leid, Ausgrenzung und Diskriminierung begegnen“.
Zahlreiche Biografien von verschleppten Lübecker Juden hat die Initiative Stolpersteine in Lübeck ins Internet gestellt. Sie sind zu finden unter http://www.stolpersteine-luebeck
. de.
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.






