Lübeck ringt mit den Nachbarkreisen um eine gemeinsame Schaltzentrale für Feuerwehr und Rettungsdienst. Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein halten allerdings an ihrem eigenen Modell fest. Selbst Kiels Innenminister Klaus Schlie (CDU) konnte die Kreise bislang nicht umstimmen.
Bereits seit April hatte das Land immer wieder zu gemeinsamen Gesprächen eingeladen. Mittlerweile hat selbst Schlie die Hoffnung aufgegeben. „Ich bedaure, dass es nicht zu einer Kooperativen Regionalleitstelle mit Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr in Lübeck gekommen ist“, sagt der Innenminister und verweist auf die – „nach einigen Anlaufschwierigkeiten“ – erfolgreichen Modelle in Elmshorn und Harrislee. „Dieses Konzept hat Zukunft“, ist Schlie überzeugt. Das Kernproblem am Widerstand des Umlands ist nach Ansicht von Lübecks grünem Innensenator Bernd Möller vor allem eines: „Es besteht keine Bereitschaft, Lübeck in der Gefahrenabwehr als Oberzentrum zu akzeptieren.“ Zuletzt hatte das Kieler Innenministerium Ende November einen weiteren Versuch unternommen, auf die Kreise zuzugehen. Vergeblich: „Von Stormarn wurde ausdrücklich signalisiert, dass ein weiteres Gespräch überflüssig sei“, sagt Möller. Das Land favorisiert zwar Lübeck als Sitz einer gemeinsamen Leitstelle, kann die Kreise aber nicht zur Kooperation zwingen.
Das Unverständnis ist groß. „Ich glaubte, die Zeiten der Kleinstaaterei wären überwunden und wir würden miteinander statt gegeneinander arbeiten“, sagt Ingo Hoffmann von der SPD-Bürgerschaftsfraktion in Lübeck. Im Interesse aller Bürger appelliert er an die Landräte im Umland, ihre Ablehnung zu überdenken. „Irgendwann sollte man die Vergangenheit ruhen lassen“, fordert der Innenpolitiker.
Angesichts der technischen Probleme in der Lübecker Leitstelle der Berufsfeuerwehr muss Möller jetzt zunächst im Alleingang aktiv werden. Kurzfristig soll die bestehende Notrufzentrale an der Lübecker Lohmühle modernisiert werden. „Die Kostenschätzungen der bisher befragten Experten belaufen sich auf etwa 1,65 Millionen Euro“, erläutert Möller. Gezielt sollen technische Komponenten eingesetzt werden, die gegebenenfalls in einer komplett neuen Leitstelle an einem anderen Standort verwendet werden können.
Die Verwaltung gibt die Hoffnung nicht auf, sitzt bereits an langfristigen Konzepten für eine neue Regionalleitstelle auf dem Gelände der Feuerwache 2 in der Welsbachstraße in unmittelbarer Nähe zur Polizei-Leitstelle. „Dies würde dem vom Land favorisierten Modell sehr nah kommen. Unser Angebot an alle Partner steht“, bekräftigt Möller.Bastian Modrow
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