Das hat es in der Geschichte der beiden rivalisierenden Universitäten noch nicht gegeben: Lübeck und Kiel machen gemeinsame Sache. Nach LN-Informationen sind sich die beiden Präsidenten Peter Dominiak (Lübeck) und Gerhard Fouquet (Kiel) einig und wollen, dass das Uniklinikum (UKSH) zum 1. Januar 2014 wieder in die Standorte Kiel und Lübeck aufgeteilt wird. Damit wäre die 2003 gestartete Fusion in großen Teilen Makulatur.
Die Mediziner der jeweiligen Standorte unterstützen das Vorhaben, das heute vorgestellt wird. UKSH-Vorstand Jens Scholz ist nicht eingeweiht. Denn durch den neuen Plan würden sich die Machtverhältnisse am UKSH verändern – zu Gunsten der Unis. Konkret drängen die Uni-Präsidenten auf das Holding-Modell, das auch der Wissenschaftsrat im Juli vorgeschlagen hat. Damit wären die Klinikstandorte Lübeck und Kiel eigenständig mit jeweils einem vierköpfigen Vorstand. Neben ärztlichem Direktor, Kaufmann und Pflegechef soll auch ein Vertreter der Uni in jedem der beiden Gremien sitzen. Geklammert würde das UKSH durch einen Strategievorstand, der sich aus den Klinikvorständen zusammensetzt. Der Wissenschaftsrat hatte darauf gedrängt, dass Lübeck und Kiel wissenschaftlich autonomer arbeiten können, aber wirtschaftlich kooperieren.
Dabei ist für die beiden Unis klar: Sie wollen wieder ihr eigenes Geld. Derzeit werden die Landesmittel für Forschung und Lehre in einem Batzen an den Medizinausschuss überwiesen. Das sei wenig transparent, heißt es auf dem Klinik-Campus. Denn bei der Verteilung der 120 Millionen Euro für Forschung und Lehre kommt es regelmäßig zu Auseinandersetzungen zwischen der Hochschule und dem Klinikum. Nach dem neuen Konzept würde jede Uni und jeder Klinikstandort wieder ein eigenes Budget erhalten.
Nach Vorstellung der Uni-Mediziner sollen die beiden Klinkstandorte Lübeck und Kiel weiterhin Anstalten des öffentlichen Rechts bleiben. Damit wollen die Professoren die Zustimmung der UKSH-Personalräte und der Gewerkschaften für ihr Konzept gewinnen, die hinter der Trennung der beiden Standorte erneute Privatisierungsabsichten fürchten. Außerdem setzen die Wissenschaftler auf eine breite Unterstützung in der Politik, weil sich die beiden ständig rivalisierenden Unis jetzt geeinigt haben. Es würde aber ein gutes Jahr dauern, bis das Konzept in ein neues Gesetz gegossen wäre. Die Unis gehen davon aus, dass durch das Holding-Modell auch der Investitionsstau (380 Millionen Euro für die Krankenversorgung, 160 Millionen Euro für Forschung und Lehre) schneller beseitigt werden kann. Diese baulichen Arbeiten sollen demnächst ausgeschrieben werden. Seite 2
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