Lübeck – Turbulentes Kontrastprogramm auf der Altstadt-Insel: Während draußen die Pfützen am Ufer der Untertrave noch von einer dünnen Eisschicht überzogen sind, fließt drinnen unterm Schuppendach der Schweiß längst in Strömen. Unter der lautstarken Anfeuerung ihrer Klubkolleginnen und -kollegen geben Norddeutschlands Rudersportler aller Altersklassen wieder einmal ihr Bestes auf dem Trockenen, kämpfen zum zwölften Mal auf Einladung der Lübecker Ruder-Gesellschaft um den Ergo-Cup im Rahmen der Deutschen Indoor-Rowing-Serie.
Auch diesmal stehen zwei Rennen besonders im Blickpunkt. Weil die Olympia-Anwärter nicht mit von der Partie sind, da sie sich anderweitig auf ihren Großeinsatz auf dem Lake Dorney in Eton vorbereiten, können Daniela Molle und Arne Schwiethal die Gunst der Stunde nutzen. Während die 40-jährige Altmeisterin aus Wandsbek das Frauenrennen über die imaginäre 2000-m-Strecke in 7:04,0 Minuten überraschend klar vor der 18-jährigen U19-Weltmeisterin im Vierer, Anne Marie Kroll vom Ratzeburger RC, gewinnt, überspurtet deren 19-jähriger RRC-Kamerad, Junioren-Weltmeister 2009 im Achter, in 6:02,0 Minuten die komplette Männerkonkurrenz.
Schwiethal, der im Vorjahr sein U23-Debüt gab und bei der WM im deutschen Achter Vierter wurde, legte sich 250 imaginäre Meter vor dem Ziel so unwiderstehlich ins Zeug, dass auch die bis dahin führenden Eike Kutzki (Schleswig) und Fokke Beckmann (Hamburg) das Nachsehen hatten. Nach kurzem Verschnaufen erklärte der angehende Maschinenbauer (Erstsemester, TU Harburg): „Das Ergebnis ist gut, aber von der Zeit her war mehr drin. Irgendwie habe ich den zur Hälfte geplanten Zwischenspurt verpasst – so musste ich mich zum Ende hin etwas mehr reinhängen.“ Nur auf Platz vier landete U23-Debütant Finn Schröder (Lübecker RK). Der 18-jährige Dritte der letztjährigen Junioren-WM im Achter war trotzdem mit seinen 6:09,1 Minuten zufrieden: „Ich bin vom Trainingslager in Spanien leicht erkältet zurückgekommen und wollte es nicht übertrieben. Meine Richtzeit war 6:10.“ Nun stimmen sich Schwiethal, Schröder & Co. aufs Februar-Trainingslager der deutschen U23-Asse in Südfrankreich ein. Dazu gehört auch Anne Marie Kroll, auch wenn sie gestern nicht in Tritt kam. „Schade, denn im Training lief’s besser. Nach 300 Metern war abzusehen, dass sie die sieben Minuten nicht schaffen wird“, meinte ihr Coach Marc Swienty hinterher.
Ein Happy End gab es aus Lübecker Sicht: Das Achter-Sprintduell der Männer gewann die LRG gegen den Hamburger und Germania RC, nachdem die LFRG-Crew gegen die RG Bremen/Rauxel den Kürzeren gezogen hatte.
Alle Ergebnisse aus Lübeck gibt es im Internet unter http://www.rish.deoel
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