Bis zu 1000 Einsätze am Tag hat der ADAC in Schleswig-Holstein im Moment, weiß sein Chef Norbert Ilchmann, Leiter der Pannenhilfe. Die extreme Kälte mache vielen Fahrzeugen sehr zu schaffen.
Auch der Mitsubishi Colt der Stockelsdorferin Ingelies Rautenberg hat seinen Dienst verweigert. Obwohl sie – wohlwissend um die niedrigen Temperaturen – am Vortag extra noch eine große Runde gefahren ist, um die Batterie aufzuladen, passierte gestern Mittag beim Drehen der Zündung nichts. „Da hab’ ich dann natürlich sofort den ADAC angerufen“, sagt Rautenberg. Nach knapp drei Stunden war der gelbe Engel in Person von Toni Boddin dann bei ihr.
Aufgrund der vielen Einsätze seien längere Wartezeiten zur Zeit leider normal, sagt Boddin. Es werde nach Dringlichkeit entschieden, welche Pannen zuerst behoben werden müssen. Die Stockelsdorfer Seniorin hat dafür Verständnis. Zwar wollte sie eigentlich ihre Tochter zum Geburtstag besuchen und danach zum Sport: „Aber wenn Fahrzeuge auf der Autobahn liegen bleiben oder Kinder betroffen sind, ist das natürlich wichtiger“, sagt Rautenberg. Sie konnte zum Warten schließlich zurück in ihre warme Wohnung gehen.
Ihrem kleinen Mitsubishi konnte Boddin, der als einer von 55 gelben Engeln auf Schleswig-Holsteins Straßen unterwegs ist, zum Glück helfen. Mit Batterietester und Überbrückungskabel brachte er den Motor wieder zum Laufen. „Die Batterie ist natürlich der Klassiker“, weiß Boddin aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz zu berichten. „Das macht den Großteil unserer Einsätze zur Zeit aus.“
Immer häufiger macht die Kälte aber auch dem Diesel Probleme. Selbst der Winterdiesel, der bis minus 20 Grad frostsicher ist, kommt an seine Grenzen. Und auch festgefrorene Ölpumpen und vereiste Handbremsen sind keine Seltenheit. „Für manchen rächt sich jetzt, dass er sein Fahrzeug nicht rechtzeitig winterfest gemacht hat", sagt Paul Engler, Obermeister der Kfz-Innung in Lübeck.lub
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.




