Das erklärte die Kieler Behördensprecherin Birgit Heß auf Anfrage.
Wille hatte ein Sartre-Buch, das aus Uwe Barschels Todeszimmer stammt, mit nach Hause genommen. „Wir sehen von der Einleitung eines Verfahrens ab, weil kein Anfangsverdacht für Straftaten, insbesondere nicht für Verwahrungsbruch oder Unterschlagung, vorliegt“, sagte Heß nach entsprechender Prüfung.
Der Verlust des Buches war erst bei der Suche nach einem Haar aufgefallen, das in Barschels Hotelzimmer sichergestellt und ebenfalls in der Asservatenkammer der Lübecker Staatsanwaltschaft fehlte. Willes Verhalten hatte unter Kollegen wie Politikern für Empörung gesorgt. Der inzwischen pensionierte Jurist war Chefankläger im Fall Barschel gewesen.
Im Zusammenhang mit dem verschwundenen Haar dauerten die Prüfungen in Kiel unterdessen an, erklärte Heß weiter. Das auf Barschels Hotel-Kopfkissen sichergestellte dunkle Haar kann nach Experten-Meinung mit Sicherheit nicht von dem Politiker selbst stammen. Geplant war ursprünglich, es im Landeskriminalamt Kiel mit DNA-Datenbanken abzugleichen.
Der ehemalige Kieler Ministerpräsident Uwe Barschel war am 10. Oktober 1987 unter bis heute ungeklärten Umständen im Genfer Hotel „Beau Rivage“ ums Leben gekommen. ctö
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