Auf dem darbenden Airport sorgt das für Erleichterung. „Wir wissen aber auch, dass es nicht aus Liebe zu Lübeck geschieht“, sagt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD).
So sieht der Sommerflugplan aus
Ryanair nutzt die Insolvenzen von zwei Fluggesellschaften, um neue Märkte zu erobern. Ende Januar stellte die spanische Gesellschaft Spanair ihren Betrieb ein. Prompt weitete Ryanair-Chef Michael O’Leary sein Angebot auf dem katalanischen Flughafen El Prat aus. Davon profitiert auch Blankensee. „Die Deutschen fliegen gerne nach Spanien und Lübeck hatte noch keine Verbindung dorthin“, begründet Deutschland-Managerin Henrike Schmidt die neue Linie. Anfang Februar gab die ungarische Fluggesellschaft Malev auf. Kurz darauf verkündeten die Iren, dass sie in Budapest eine neue Basis mit fünf Maschinen einrichten. Von den weit mehr als 30 Strecken in ganz Europa, die Ryanair von Budapest bedient, geht eine auch nach Lübeck. Außerdem nehmen die Iren im Sommerflugplan Pisa und Palma de Mallorca wieder ins Programm auf. Damit verdoppelt sich die Zahl der Flugziele in Lübeck auf acht.
„Wir freuen uns tierisch“, sagt Torsten Hülse, Betriebsratsvorsitzender am Flughafen Lübeck, „wir hoffen, dass die Politiker dieses Signal aufnehmen.“ Die Kapazitäten am Airport könnten jetzt deutlich besser ausgelastet werden, erklärt Flughafen-Chef Jürgen Friedel. Wirtschaftssenator Sven Schindler (SPD) hält 380 000 Fluggäste in diesem Jahr für möglich (2011: 344 000, geplant für 2012: 320 000). Der Senator hofft zudem, dass Ryanair die gestrichene Linie nach London-Stansted wieder aufnimmt. Schindler: „Die Iren müssen erkennen, welche Chancen die Olympischen Spiele in London bieten.“ Die neuen Flugziele seien auf jeden Fall auch für Geschäftsreisende interessant, erklärt die Industrie- und Handelskammer (IHK). Südosteuropa sei ein „spannender Markt für Norddeutschland und Lübeck“, sagt Andrea Gastager, Chefin der Marketing GmbH LTM. Wichtig sei, „dass die Linien lange halten“, sagt Gastager.
Selbst die größten Optimisten reden aber nicht von einem nachhaltigen Aufschwung am Airport. „Es ist ein gutes Zeichen, reicht alleine aber nicht“, erklärt CDU-Fraktionschef Andreas Zander. „Das ist keine Überlebenshilfe für Lübeck“, sagt Bürgermeister Saxe, „aber immerhin ist unser Flughafen nicht völlig unattraktiv für die Iren.“ Der Kieler Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) hat dem Flughafen auf einem Neujahrsempfang weitere Investitionen zugesagt.
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