Die Bühne im Dachgeschoss des Dielenhauses ist schon vorbereitet für das Großereignis: Weiße Kartons und Kästen stapeln sich darauf. Und in allen Räumen herrscht reger Betrieb, denn die sechsten Jugendbuchtage der „Bücherpiraten“ unter dem Motto „Von Kästen und Schubladen“ werfen ihre Schatten voraus.
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„Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, sagt Catharina Krapp, die die Eröffnungslesung am Montag begleitet und für Technik sowie Regie verantwortlich zeichnet. „Das ganze Wochenende wird hier volles Haus sein, zum Proben“, weiß sie. Sie ist eine der 14 Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 17 Jahren, die das Großspektakel seit knapp einem Jahr vorbereiten. Aber selbst der pädagogische Leiter der „Bücherpiraten“, Martin Gries, ist „jedes Mal tierisch nervös“. Was aber nicht an den jungen Akteuren liegt, „denn die sind alle gut vorbereitet“. Vielmehr sorgt er sich, ob nicht vielleicht ganz kurzfristig ein Autor oder Hörbuchsprecher absagen muss, ob Züge sich verspäten oder gar ausfallen – hat es alles schon gegeben. Dieses Mal kommt erschwerend hinzu, dass die Autorin des Buches „Stolen – A letter to my Captor“, Lucy Christopher, aus England einfliegt. „Wobei es natürlich toll ist, dass sie die Bücherpiraten eigens in ihre Lese-Tournee eingebunden hat“, sagt Gries.
Eine Besucherin, auf die sich die Akteure freuen, ist auch Jana Schulz, die an den Schauspielhäusern Bochum und Hamburg sowie am Burgtheater Wien spielt. Ein Höhepunkt der Jugendbuchtage und eine Premiere wird der Poetry- Workshop und der abendliche U 20-Slam, den der vielfach preisgekrönte Moritz Neumeier gibt. Lina Ostertag (17) und der erst 14-jährige Bjarne Mathias übernehmen Moderation und Organisation, wobei Tilo Strauß von „Slam a rama“ beratend zur Seite stand.
Alle unter 20 Jahren können dann, wie beim Poetry Slam üblich, ihre selbstgeschriebenen Texte vortragen, genauer gesagt, performen, denn auch darauf kommt es an. Geschichten erzählen, Gefühle wecken, das Publikum zum Nachdenken anregen oder zum Lachen bringen – sechs Minuten hat jeder Teilnehmer dafür Zeit, dann entscheidet eine Publikumsjury, wer König oder Königin der Slammer ist. „Ich hätte arge Probleme damit, meine eigenen Texte auf der Bühne vorzutragen“, gibt Catharina zu, und Alma Bürger (17) geht es genauso. Dann schon lieber Lesungen zu Büchern, die andere geschrieben haben, organisieren, wie Alma es für das Buch „No & Ich“ von Delphine de Vigan macht.
Der Puls steigt, die Spannung wächst: Am Montag geht’s los. „Ich freue mich schon riesig darauf, die Autoren und Übersetzer kennen zu lernen“, sagt Catharina.
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