Grevesmühlen – Die Luft ist klar, die Sonne scheint, der Boden ist gefroren – Das Kältehoch aus Osteuropa beschert den Nordwestmecklenburgern derzeit beste Bedingungen, um ihre Kaminholzvorräte aufzustocken. Die Saison für den Holzeinschlag ist seit einiger Zeit eröffnet. Überall in den Wäldern des Landkreis dröhnen die Motorsägen und fliegen die Späne. Die Männer des Forstamtes Schönberg sind unterwegs, um Laubbäume zu fällen und für den Weitertransport und die Weiterverarbeitung zu präparieren. Aber auch der Ottonormal-Brennholz-Freund darf sich dieser Tage, so er denn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt, selbst am Sägen versuchen.
Die Tür eines kleinen, dunkelgrünen Bauwagens öffnet sich. Drei kräftige Kerle entsteigen in die fast schon sibirische Kälte. Die Strahlen der Wintersonne kämpfen sich durch die Baumwipfel. Im Brümmersaal, einem Waldgebiet nördlich von Rehna, ist die Frühstückspause vorüber. „Bei diesen Temperaturen arbeiten wir uns warm“, sagt Forstwirt Frank Streif und wirft mit einem kurzen Ruck seine Motorsäge an. Ein Eichenstamm, lang und kräftig, ist sein Ziel. Mit Getöse und reichlich Spanflug gleitet das Sägeblatt durch das dicke Holz. „Die Eichen haben ihr Mindestmaß erreicht. Die jüngeren Bäume brauchen Licht“, sagt Revierförster Michael Renstorff. Seit halb acht sägen er und seine Männer. Feierabend ist um halb fünf. Noch 14 Tage lang sind sie in Sachen Holzeinschlag unterwegs.
„Traditionsgemäß findet die Holzeinschlagsaison im Winter statt“, erzählt Peter Rabe, Forstamtsleiter des Forstamtes Schönberg. Seine Leute seien zwar das ganze Jahr über damit beschäftigt, doch die kalte Jahreszeit sei besonders günstig, da „derzeit in der Vegetation Ruhe ist“, sagt Peter Rabe.
Die Fällung sei eher auch eine Pflegemaßnahme. „Wir nutzen nicht mehr Holz als heranwächst. In den letzten Jahren ist unser Holzbestand sogar gewachsen“, sagt Peter Rabe. Alte, ausgewählte Bäume werden gefällt, um dem Baumnachwuchs, der bereits in Bodennähe sprießt, Platz und Licht zu schaffen. In allen sechs Revieren des Forstamtes werden derzeit Bäume gefällt und zersägt.
Und auch die Bürger dürfen zur Motorsäge greifen, müssen dafür aber einige Voraussetzungen erfüllen. Neben dem Besitz eines Motorsägenscheines und der Einhaltung der entsprechenden Sicherheitsvorschriften (Schutzkleidung) müssen die Bürger nach einer Einweisung in den gekennzeichneten Schlag durch den jeweiligen Revierförster eine entsprechende Belehrung unterschreiben. Wer dann im Wald unterwegs ist, dürfe die sogenannten Rückegassen nicht verlassen und nur das dort gekennzeichnete Holz selbst zersägen. „Das sind meistens die Baumkronen. Fällungen erlauben wir nicht, dass machen nur die Mitarbeiter des Forstamtes“, sagt Peter Rabe. Ein selbst geschlagener Raummeter kostet dann durchschnittlich 15 Euro. Man kann sich sein Kaminholz allerdings auch beim Forstamt kaufen. Dann kostet der Raummeter durchschnittlich 35 Euro.
Ansprechpartner: die jeweiligen Revierförster, deren Kontaktdaten auf der Internetseite http://www.wald-mv.de
zu finden sind.
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