Waren es 2005/2006 fast 4600, so sind es im Wintersemester 2011/2012 inzwischen 7046, die sich in der Hochschule eingeschrieben haben. Dennoch trennt sich die Leitung von dem Tochterunternehmen Service GmbH. LN sprach hierüber und über die nächsten Vorhaben dieser Bildungseinrichtung mit Rektor Prof. Dr. Norbert Grünwald und dem Geschäftsführer der hochschuleigenen Wings GmbH, Prof. Dr. Manfred Ahn.
LN: Haben Sie die Service GmH dichtgemacht, nachdem der Landesrechnungshof einige Ungereimtheiten dieses Tochterunternehmens an Tageslicht befördert hat?
Prof. Dr. Grünwald: Nein! Die Service GmbH war unsere erste hochschuleigene GmbH, die im Jahre 2000 gegründet wurde und hervorragende Arbeit leistete, auch wenn nicht alle Geschäftsfelder erfolgreich umgesetzt werden konnten. Mit dem Prüfbericht des Landesrechnungshofes hat die Liquidation überhaupt nichts zu tun.
LN: Wer macht denn jetzt die Arbeit, die bisher von der Service GmbH erledigt wurde?
Prof. Dr. Grünwald: Durch die Gründung der hochschuleigenen Forschungs GmbH 2002 und der Wings GmbH 2004 gab es eine Aufgabenerweiterung, aber auch eine Aufgabenteilung zwischen den Unternehmen. Die erfolgreiche Arbeit der Forschungs GmbH, insbesondere der Wings GmbH, ließen wenig Spielraum innerhalb der Service GmbH.
LN: Warum nicht?
Prof. Dr. Grünwald: Durch die erfolgreiche Arbeit der Forschungs GmbH und Wings GmbH wurden eine Reihe von Aufgaben aus der Service GmbH in die anderen beiden Unternehmen verlagert.
LN: Welche Aufgaben sind das?
Prof. Dr. Grünwald: Dies sind insbesondere Fernstudiengänge, Weiterbildungsangebote, Betreuung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten.
LN: Wie viele Beschäftigte hatte die Service GmbH?
Prof. Dr. Grünwald: Es gab einen Geschäftsführer, der jetzt in Ruhestand geht, eine Vollzeitangestellte sowie vier geringfügig Beschäftigte.
LN: Haben diese in der Hochschule noch einen anderen Job erhalten?
Prof. Dr. Grünwald: Sie waren nie Angestellte der Hochschule gewesen. Die Vollzeitkraft und ein geringfügig Beschäftigter wurden von der Wings GmbH sogar zu besseren Bedingungen übernommen. Für die anderen drei Mitarbeiter der Service GmbH besteht die Möglichkeit der Weiterbeschäftigung über die Wings GmbH.
LN: Wie geht es nun weiter mit dem Wings-Unternehmen?
Prof. Dr. Ahn: Die Wings hat aus der Service GmbH bei ihrer Gründung ihr heute noch wesentliches Geschäftsfeld, nämlich die Betreuung der Fernstudiengänge, übernommen. Damals waren es etwa 300 Fernstudenten, heute sind es über 3000. Und die Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen.
LN: Verkraftet die Hochschule überhaupt noch mehr Studenten?
Prof. Dr. Ahn: Von der Zahl her könnten wir über 10 000 Studenten verkraften. Aber dafür müssen wir auch die finanzielle Grundlage schaffen. Das heißt, für die Fernstudiengänge erheben wir marktübliche Entgelte.
LN: Hatte nicht der Landesrechnungshof gerade diese Vorgehensweise gerügt?
Prof. Dr. Grünwald: Das ist richtig, aber ein kürzlich erstelltes Wirtschaftsprüfergutachten hat diese Vorwürfe entkräftet. Im Fernstudienbereich sind Studienentgelte möglich. Und davon machen wir Gebrauch, denn es muss ja auch alles bezahlt werden. Das Land gibt uns nur Geld für circa 3000 bis 3500 Studierende, die an der Hochschule Wismar im Präsenzstudium gebührenfrei studieren können.
LN: In acht Jahren läuft das Projekt Hochschule 2020 aus. Können Sie dann auf eigenen Füßen stehen?
Prof. Dr. Grünwald: Mit dem Projekt Hochschule 2020 gehen wir neue Wege, das die Hochschule Wismar unternehmerisch wettbewerbs- und zukunftsorientiert in der globalen Bildungslandschaft aufstellt. Dieser Weg ist neu und vielen Mitarbeitern in der staatlichen Bildungslandschaft in Deutschland fremd. Jedoch zeigen Studierendenzahlen, die Wertschöpfung und die Schaffung von zurzeit über 30 Arbeitsplätzen durch die Wings GmbH und die steigende Nachfrage nach den Studienangeboten auch international den Erfolg der Hochschule. An unserer Bildungseinrichtung stehen mehr als 30 Studiengänge zur Auswahl: Wer will, kann hier zum Beispiel Elektrotechnik oder Multimediatechnik, aber auch Design, Seefahrt, Maschinenbau oder Betriebswirtschaft studieren. Ich denke, das macht unseren Standort auch so attraktiv.
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