Boltenhagen/Wismar – Während seiner dritten Antarktis-Expedition im Januar 2010 gelangen Marcus Lindenlaub mehrere spektakuläre Reihenaufnahmen von Adelie-Pinguinen auf Paulet Island, einer kleinen Vulkaninsel. Eine Aufnahme des Naturfotografen „zeigt die Tiere aus unmittelbarer Nähe beim Hochgeschwindigkeitssprung aus dem Wasser über das eisverkrustete Ufer, um den in der Nähe auf Nahrung lauernden Seeleoparden zu entgehen“, erklärt der Rheinländer, der in Wismar seit einigen Jahren als Geschäftsführer des Hightech-Unternehmens EnviteC tätig ist.
Marcus Lindenlaub fotografierte die Tiere mit seinem Teleobjektiv, während sie weit entfernt aus dem Wasser auf das Eis schossen. Plötzlich änderte eine Gruppe ihre Richtung und schwamm direkt auf ihn zu. In Windeseile konnte der Fotograf noch seine zweite Kamera mit Weitwinkelobjektiv hervorholen und sich flach auf den Boden werfen, dann waren die Pinguine auch schon über ihm. Einer sprang direkt auf ihn drauf und ein weiterer versetzte ihm mit seinen kurzen Flügeln ein paar kräftige Ohrfeigen. Danach blieben die Tiere einfach neben ihm sitzen und betrachteten neugierig ihr „Opfer“. Diese „tierische Prügelei“ brachte dem geistesgegenwärtigen Fotografen allerdings neben blauen Flecken einen begehrten internationalen Windland Smith Rice Preis 2010 der Kategorie „Ozeane“ ein, mit dem jährlich die besten Naturfotografen in den unterschiedlichen Bereichen ausgezeichnet werden. Aus über 25 000 Einsendungen sucht die internationale Jury die herausragenden Bilder aus; 150 davon waren zusammen mit dem Foto von Marcus Lindenlaub in der Herbst/Winter-Ausgabe des amerikanischen Nature's Best Magazine zu bewundern. In Zusammenarbeit mit dem Nationalen Naturhistorischen Smithsonian Museum in Washington D.C. waren die Bilder der Preisträger jeder Kategorie zusammen mit weiteren ausgezeichneten Aufnahmen in der jährlichen Ausstellung von Ende April bis September 2011 zu sehen.
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