„Ich bin von der Schulform überzeugt“, sagt Lehrerin Martina Ladzik, die das Projekt in Grevesmühlen von Beginn an betreut. Beim produktiven Lernen suchen sich die Schüler für ein Vierteljahr einen Praktikumsplatz in einem Betrieb, wo sie drei Tage in der Woche für sechs Stunden arbeiten. Die sich aus der Arbeit ergebenden Fragen werden dann im Unterricht in der Schule behandelt. Ziel ist es, den Schülern eine Perspektive zu vermitteln. „Es geht darum, Lernfreude zu entwickeln und den Schülern zu zeigen, wofür sie das Wissen überhaupt benötigen“, sagt Martina Ladzik. Ziele sind der Haupt- oder Realschulabschluss und natürlich Berufserfahrung.
„Ich glaube, hier können die Kinder sehen, was das wirkliche Leben ist und was sie dafür brauchen“, sagt Jürgen Kottwitz. Er und seine Frau Karina informierten sich zusammen mit ihrem Sohn Martin gestern in der Schule. „Ich möchte Krankenpfleger werden. Aber ich weiß, das wird hart“, sagt Martin Kottwitz. Ob es sein Traumberuf bleibt, wird sich herausstellen. Aber auch dafür sei diese Lernform geeignet.
Scheitern ist nicht verboten, junge Menschen dürfen und sollen sich laut Martina Ladzik auch ausprobieren. „Ich habe mein erstes Praktikum in einem Tierheim gemacht, dann aber festgestellt, dass das nichts für mich ist“, so Schülerin Elisabeth Gorke. Die 17-Jährige stand gestern ebenfalls Rede und Antwort, berichtete von ihren Erfahrungen. Mittlerweile scheint sie ihren Traumberuf gefunden zu haben, in einem Kindergarten. „Es macht sehr viel Spaß, ich lerne mehr und bin viel selbstbewusster geworden.“
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