Selmsdorf – Der Stopp der geplanten Asbestzementschlammtransporte von Niedersachsen nach Selmsdorf bedeutet für die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) einen Verlust, den sie in diesem Jahr aller Voraussicht nach nicht voll kompensieren kann. „Ich sehe im Moment kein vergleichbares Projekt“, sagt Geschäftsführer Berend Krüger. Das Umsatzziel der IAG für 2012 liege bei rund 24,5 Millionen Euro. 2011 war der Umsatz nach Krügers Auskunft deutlich höher: „Wir hatten gut 28 Millionen Euro.“ Der Rückgang vollzieht sich vor dem Hintergrund eines deutschlandweiten Trends: Die Menge der zur Deponierung bestimmten Abfälle nimmt seit Jahren immer mehr ab.
Die Arbeitsplätze beim landeseigenen Unternehmen seien jedoch sicher, sagt Berend Krüger. Ein Stellenabbau sei derzeit kein Thema. Mit 135 Mitarbeitern und sechs Auszubildenden gehört die IAG zu den größten Unternehmen im Nordwesten Mecklenburgs. „Außerdem sichern wir mittelbar Arbeitsplätze“, sagt der Geschäftsführer. Die IAG vergebe immer wieder Aufträge an Handwerker und Lieferanten in der Region. Zudem ist das Unternehmen einer der größten Gewerbesteuerzahler in Westmecklenburg. Mit einem finanziellen Verlust für die IAG rechnet Berend Krüger weder für 2011, noch für 2012. In diesem Jahr sei ein Überschuss zu erwarten und: „Es ist nach den gegenwärtigen Erkenntnissen davon auszugehen, dass auch die Bilanz für 2011 mit einem positiven Ergebnis abschließt.“ Derzeit wartet die IAG auf die Ergebnisse eines Gutachtens. Es befasst sich mit den Rückstellungen für Rekultivierung und Nachsorge für die Deponie nach deren Schließung.
2012 wird die IAG laut Auskunft des Geschäftsführers sechs Millionen Euro in den Bau einer Multifunktionsabdichtung investieren. Das Ziel: einen Deponieabschnitt von einem anderen trennen. „Der erste Bauabschnitt soll in diesem Jahr realisiert werden“, kündigt Berend Krüger an. Derzeit laufe das Plangenehmigungsverfahren.
Auf Eis liegt dagegen der Bau einer Klärschlammtrocknungsanlage. „Ich sehe derzeit keine wirtschaftliche Basis, um für ein derartiges Projekt Geld auszugeben“, sagt Krüger. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens habe sich herausgestellt, dass die zu erwartenden Kosten höher sein würden als ursprünglich angenommen. In der Veränderungssperre, die die Selmsdorfer Gemeindevertretung für das Deponiegebiet beschlossen hat, sieht Berend kein geeignetes Mittel, auf den Betrieb Einfluss zu nehmen. Seinem Unternehmen sei an einem entspannten Verhältnis zur Kommune gelegen. Krüger: „Ich denke, Gemeinde und IAG haben auf die Dauer mehr davon, wenn sie kooperieren.“
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