Dassow – In der Schule in Dassow hat Hausmeister Herbert Tonn eine tragende Rolle übernommen. Er schleppt Kartons voller Bücher und Hefte über die Flure. „Geht schon. Muss ja“, sagt er und lächelt. Lehrer tun es Herbert Tonn gleich, tragen Unterrichtsmaterial durchs Haus, obwohl sie in den Winterferien eigentlich frei hätten. Doch jetzt werden helfende Hände gebraucht. Es heißt: einziehen in den neuen Anbau. Er ist mit drei Millionen Euro Kosten das aufwendigste Projekt in der Geschichte der Stadt. 2006 begannen die Planungen. Am ersten Tag nach den Winterferien 2012 sollen die Schüler einziehen, hieß es vor einem halben Jahr. „Das klappt“, sagt nun Anke Lindig (31), Mitarbeiterin des Ingenieurbüros Hanft & Kautzky, während auf den drei Etagen der Schule Schlosser, Maler, Elektriker, Möbellieferanten, Lehrer und Hausmeister Tonn hämmern, bohren, streichen, schleppen – Endspurt der Arbeiten für einen 1500 Quadratmeter großen Anbau, die im Herbst 2010 begannen.
Die Maler dürfen nun, in der unterrichtsfreien Zeit, auch in den Altbau aus den 60er-Jahren. „Sie haben ein straffes Programm, werden auch am Wochenende arbeiten“, kündigt Anke Lindig an. Der Anbau werde in dieser Woche offiziell von Ämtern und TÜV abgenommen.
Die Schüler durften vor Ferienbeginn einen ersten Blick in die neuen Räume werfen. „Die Kinder sind begeistert“, sagt Ulrike Schilling, stellvertretende Leiterin der Regionalen Schule mit Grundschule Dassow. Der Anbau werde toll. Mit zwei zusätzlichen Klassenzimmern, sechs modernen Fachräumen für Biologie/Chemie, Kunst, Musik, Computer sowie Physik/Arbeit, Wirtschaft, Technik (AWT) und einem Atrium mit Oberlicht zieht die Schule nun mit anderen Bildungsstätten in der Umgebung mindestens gleich. Was den künftigen Energiebedarf angeht, zieht sie klar an ihnen vorbei. „Wir hatten von Anfang an, auch wegen der Förderbedingungen, sehr hohe energetische Anforderungen an das Gebäude“, berichtet Anke Lindig. Der Anbau ist ausgestattet mit hochwärmedämmenden Wänden und Decken, dreifachverglasten Fenstern, einer Wärmepumpe, einer Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und einer Fußbodenheizung. Ergebnis: Der Energiebedarf liegt ein Drittel unter den Anforderungen, die aktuell für Neubauten gelten. Erwünschter Nebeneffekt des Neubaus nach Auskunft der Architektin: „Es gibt jetzt zwei Rettungswege. Das kommt auch dem Altbau zugute.“
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