Auf der Strecke zwischen Selmsdorf und Lüdersdorf, Höhe Abzweig Palingen, stieß gestern ein 44-jähriger Skoda-Fahrer mit einem entgegenkommenden Lastwagen frontal zusammen. Der Mann verstarb noch an der Unfallstelle. Erst am vergangenen Donnerstag kam eine 42-jährige Frau in der Nähe von Wismar ums Leben. In beiden Fällen herrschte Glatteis auf den Straßen.
Der gestrige Unfall ereignete sich nach Polizeiangaben gegen 7.45 Uhr. Bis in die Nachmittagsstunden hinein war die Straße zwischen Lüdersdorf und Selmsdorf gesperrt. Die Feuerwehren aus Herrnburg, Palingen und Selmsdorf waren im Einsatz. Der Wagen des tödlich Verunglückten, ein Firmenwagen mit Lübecker Kennzeichen, wurde bei dem Unfall bis zur Hälfte von dem Lkw zerquetscht. Beide Fahrzeuge verkeilten sich derart ineinander, dass das Unfallopfer erst nach drei Stunden aus dem Wrack geborgen werden konnte. Der Fahrer des Lkw blieb unverletzt, erlitt allerdings einen Schock und wurde vor Ort ärztlich betreut. Der Gesamtschaden wird auf über 100 000 Euro geschätzt.
Wie es genau zu dem Unfall kam, war bis gestern noch ungeklärt. Ein Sachverständiger der Dekra untersucht die Hintergründe. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass Glatteis eine entscheidende Rolle gespielt hat. „Zum Unfallzeitpunkt war die Fahrbahn durch überfrorene Nässe spiegelglatt“, heißt es von der Polizei.
Für weitere Brisanz sorgte die Ladung des Lkw. Der hatte, so die Informationen der Feuerwehr, Altbatterien und Fässer mit einer brennbaren Flüssigkeit geladen. Laut Auskunft der Polizei und des alarmierten Umweltamtes seien aber keine Umweltschäden entstanden.
Der Unfall bei Palingen war gestern nicht der einzige, wenn auch der tragischste. Bis zur Mittagsstunde krachte es im Landkreis weitere acht Mal. Hauptursache waren die vereisten Straßen in Zusammenhang mit zu schnellem Fahren. Zumeist blieb es dabei bei Blechschäden. Auf der Kreisstraße 9 zwischen Klocksdorf und Dechow überschlug sich ein 42-jähriger Mann mit seinem Ford. Der Fahrer blieb unverletzt, am Wagen entstand Totalschaden. Zwischen Zierow und Gägelow wurde eine 50-Jährige leicht verletzt, als sie sich mit ihrem VW überschlug. „Weil der Schnee weg ist, denken viele, der Winter ist vorbei“, sagte André Falke, Sprecher der Polizeiinspektion Wismar. Eine trügerische Sicherheit. Denn gerade jetzt sei Vorsicht geboten. „Im Moment herrscht durch den getauten Schnee eine hohe Luftfeuchtigkeit. Bei Minusgraden in der Nacht führt das jedoch zu glatten Fahrbahnen“, sagt André Falke. Während viel befahrene Straßen frei von Eis sein können, würden gerade Nebenstrecken wie Kreis- und Landestraßen ein erhebliches Gefahrenpotenzial bergen, da sich hier die Glätte, besonders in schattigen Bereichen, bis weit in den Tag hinein halten könne.
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