Stockelsdorf – Dribblings, Laufduelle, Sprünge, Spiel mit der Bande: Moritz (12), Oliver (13) und Sebastian (14) jagen unermüdlich der kleinen schwarzen Scheibe hinterher. Die drei Jungs sind verrückt nach Eishockey. Stundenlang spielen sie im Garten der Familie Fenske in der Stockelsdorfer Albert-Einstein-Straße. „Besser geht es eigentlich nicht. So ein gutes Eis und so viel Platz gibt es sonst nur in der Eishalle in Timmendorfer Strand“, sagt Oliver begeistert.
Das hört „Eismeister“ Axel Fenske natürlich gerne. Der 48-Jährige, der im normalen Leben die Computerschule Lübeck führt, hat in seinem Garten die 158 Quadratmeter große Eisbahn gebaut. „Ein bisschen verrückt ist es schon, aber der Aufwand war gar nicht so groß. Das Ergebnis kann sich auch wirklich sehen lassen“, sagt Fenske ein wenig stolz. Bereits in den vergangenen Winterjahren hat Fenske in seinem Garten Eisbahnen gebaut. Vor zwei Jahren fing er mit einer kleinen vier mal vier Meter großen Eisfläche an. „Das war nur so ein kleiner Spaß, großartig laufen konnte man auf der kleinen Fläche aber nicht“, berichtet Fenske. Im vorigen Winter hat er eine Eisfläche von 50 Quadratmetern angelegt und jetzt sein Meisterstück vollbracht. Eine 19 Meter lange und acht Meter breite Eisbahn mit einer Bande aus Kanthölzern und Mini-Toren.
Bereits im Sommer hat Fenske mit den Vorbereitungen für seine Wintersaison im Garten begonnen. Der Rasen wurde umgepflügt, die Fläche eingeebnet und neu eingesät. „Meine Frau Heike war von der staubigen Aktion mitten im Sommer nicht besonders angetan“, räumt Fenske ein. Zumal Heike Fenske nicht gerade eine begeisterte Wintersportlerin ist. „Wenn die Kinder ihren Spaß haben und ich nicht mit aufs Eis muss, ist das aber in Ordnung“, sagt Heike Fenske, die den Ausblick aus dem wohlig warmen Wohnzimmer auf die Eisfläche im Garten jetzt aber auch ein wenig genießt.
Die eingeebnete Fläche hat Axel Fenske dann mit einer riesigen Gewebeplane bedeckt und gewartet, dass endlich die Temperaturen in den Keller gehen. „Die ersten Winterwochen waren alles andere als frostig. Ich hatte schon Bedenken, dass die ganze Arbeit umsonst war“, so Fenske, der selbst begeisterter Schlittschuhläufer ist. Mit Beginn der Frostperiode begann Fenske die Fläche zu bewässern. Dabei genügte es nicht, einfach das Wasser laufen zu lassen. „Wir wollen ja gutes Eis“, so Fenske, der das noch nicht gefrorene Wasser unter der oberen Eisschicht mit einer Pumpe nach oben beförderte und so für eine gleichmäßig fünf Zentimeter durchgefrorene Eisschicht sorgte. Und damit die Qualität des Eises konstant gut bleibt, ist Fenske in diesen Tagen jeden Abend wieder mit dem Gartenschlauch im Einsatz. 20 Minuten lang bewässert er dann bei sibirischen Temperaturen die Fläche erneut. „Das würde ich ganz bestimmt nicht machen, aber davon abhalten werde ich meinen Vater natürlich nicht“, frohlockt Moritz, der die Puckjagd im eigenen Garten mit seinen Freunden genießt. „Auf der Eisbahn in Lübeck könnten wir kein Eishockeyspielen. Das ist schon klasse hier“, stimmt Kumpel Sebastian begeistert zu.
Doch nicht nur die Jungs haben ihren Spaß. Auch Axel Fenske kommt auf seine Kosten und lädt nun einige seiner Teamkameraden von der Hobby-Eishockeytruppe „Pirates Scharbeutz“ zu einer kleinen Trainingseinheit mit Punsch und kleinen Snacks in den heimischen Garten ein. Normalerweise trainiert sein Team immer nur sonntags früh am Morgen von sieben bis zehn Uhr in der Eishalle in Timmendorfer Strand. „Wer freiwillig um diese Uhrzeit am Sonntagmorgen trainiert, der muss auch schon ein wenig verrückt sein“, räumt Fenske ein, der aber ganz gerne ein wenig verrückt ist. Und er denkt jetzt schon an den nächsten Winter und die nächste vielleicht noch professionellere Eisbahn im Garten. Fenske: „Verbesserungen sind ja immer möglich.“
Kommentare powered by Disqus. Unsere Nutzungsbedingungen.





