Sie sorgen dafür, dass Wasser und Wärme fließen. Um das bei diesen Temperaturen zu gewährleisten, haben Sanitär- und Heizungsbaubetriebe derzeit alle Hände voll zu tun. Ihre Telefone klingeln unablässig, ständig melden weitere Anrufer eingefrorene Wasserleitungen, geplatzte Rohre und defekte Heizungen.
„Wir können uns vor Aufträgen kaum noch retten“, sagt Katja Reimer (31), Büroangestellte beim Sanitärbetrieb Andreas Behnke in Ahrensbök. Am Sonntag sei der für den Notdienst eingeteilte Monteur den ganzen Tag im Einsatz gewesen. Gestern hätten bis mittags schon 15 Kunden angerufen, bei denen die Wasserleitungen eingefroren waren. Mit einem Auftaugerät, das Strom durch Metallrohre schickt, versuchen die Installateure, die Rohre behutsam zu enteisen. „Bei Kunststoffrohren ist die Sache schwieriger“, schildert Katja Reimer. „Dann erhöhen wir mit Hilfe von Heizlüftern die Raumtemperatur und probieren so, die Leitungen aufzutauen.“ Zwölf Heizlüfter besitze die Firma, alle seien im Einsatz. Am frühen Nachmittag benötigt die Firma Behnke selbst Hilfe: Nach fünf Einsätzen verweigert das Auftaugerät den Dienst.
Bei der Firma Schmidt frohlocken die Inhaber Dirk Reichmann und Michael Schmidt: „Vor zehn Jahren haben wir uns ein richtig teures Teil angeschafft, für weit über 1000 Euro. Dann kamen neun milde Winter, jetzt macht sich die Investition endlich bezahlt.“ Ihre vier angestellten Gas- und Wasserinstallateure schwirren jetzt wie die Kollegen anderer Betriebe von einem Einsatz zum nächsten. Die Problemzonen liegen in der Regel im Keller oder auf dem Dachboden, insbesondere in älteren Häusern sind die Leitungen meist schlecht isoliert. In der Albert-Mahlstedt- Straße hat Monteur Ralf-Georg Janke festgestellt, dass keineswegs die Heizung defekt ist, wie vom Eigentümer befürchtet. „Die Wärme konnte nicht abgerufen werden, weil die Heizungsrohre eingefroren sind.“ Seine Kollegen Marco Block und Ralf Schlichting mühen sich auf dem kalten, staubigen Boden, sie aufzuwärmen – sogar mit zusätzlicher Hilfe eines Bunsenbrenners.
Heizungsbauer Peter Kuhnke aus Malente, seine drei Gesellen und zwei Lehrlinge sind ebenfalls unablässig unterwegs, um eingefrorene Leitungen sowie ausgefallene Heizungen wieder flott zu machen. Die drei Gas- und Wasserinstallateure von Vogler Sanitär aus Fissau haben nach Aussage ihres Chefs Ralf Vogler „reichlich“ zu tun, das firmeneigene Auftaugerät sei im Dauereinsatz.
Bei der Firma Wagner in Eutin sind die Mitarbeiter nach Auskunft von Markus Köhler „am Rotieren – und wie!“ Er vertritt den gerade auf den Malediven urlaubenden Chef und erlebt den hellen „Wahnsinn“. Am Sonntag etliche Notdienste, gestern ein Termin nach dem nächsten, Köhler steht in unablässigem Telefonkontakt mit den Monteuren, dirigiert sie bei einem Kunden schon zur nächsten Adresse. Die Häuser seien teilweise schlecht isoliert, nennt er als Grund für die zahlreichen Einsätze. Aber auch Leichtsinn spiele eine Rolle: „Viele lassen selbst bei diesem Wetter ihre Kellerfenster offen stehen!“ Das trifft auf das Haus der Jugend in Eutin nicht zu. Dennoch rückt Gas- und Wasser-Installateur Michael Bergmann auch hier mit dem Auftaugerät an: Die Kaltwasserleitung in der Küche ist eingefroren. Johanna Wester, Leiterin des Jugendzentrums, nimmt es mit Humor: „Besser die Leitung in der Küche als die im WC.“
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