Grömitz/Dahme/Scharbeutz – Unter Sonnensegeln auf weichen Lederpolstern sitzen, ein Eis löffeln, den kühlen Drink oder das Glas Prosecco in der Hand und das alles direkt auf dem Sandstrand – viel mehr braucht es nicht für ein wunderbares Urlaubsgefühl. Die Lounges am Meer in Grömitz, Dahme oder Timmendorfer Strand kommen beim Gast großartig an. „Das ist ein absolutes Erfolgsmodell“, sagt der Scharbeutzer Kurdirektor Joachim Nitz. Die Strandlounges bieten einen Hauch von Luxus, Flair, Noblesse und norddeutscher Lebensart. „Das erwartet der Gast, das Lässige, Leichte, das ist Urlaubsgefühl pur“, sagt Nitz.
Gaststätten am Strand, wo Mann und Frau Ostseeluft und Meerblick genießen können, gibt es schon immer. Doch echte Strandbars, die tatsächlich auf Sand gebaut am Strand stehen, breiten sich erst seit ein paar Jahren an der Küste aus. Vor vier Jahren hatte ein mit dem Kreis Ostholstein, der Landesbehörde und dem Ostsee-Holstein-Tourismus abgestimmtes Konzept zum Bau der beiden ersten Ostsee-Lounges in Scharbeutz und Grömitz geführt. Die in Scharbeutz gibt es aufgrund eines Betreiberwechsels zurzeit zwar nicht, sie soll aber Anfang Juli wieder aufgebaut werden – im selben Stil wie vorher und auf zwei Ebenen. Die Dahmer Ostsee-Lounge folgte. Im vergangenen Jahr kam die Lounge in Pelzerhaken dazu, die allerdings nicht direkt auf Sand gebaut ist. „Der Trend zu Strandlounges geht noch weiter“, sagt Nitz und kündigt an, dass demnächst auch eine Strandlounge für Haffkrug ausgeschrieben wird. Das Prinzip: Die Gemeinde bekommt von Naturschutz und Küstenschutzbehörde die Genehmigung, auf dem landeseigenen Strand eine Lounge einzurichten und verpachtet dieses Recht an einen Betreiber.
Für den Dahmer Gastronomen Jens-Peter Blöser war die Entscheidung, 120 Einsteckhülsen in den Sand rammen zu lassen und edle Möbel, Liegen, eine Kuschelmuschel und Palmen an den Dahmer Strand zu bringen, goldrichtig: „Etwas besseres kann einem Gastronomen nicht passieren. Es war eine gute Investition.“ Die Gäste danken sie ihm. Jutta und Thomas Mann aus Melle zum Beispiel führte sofort nach ihrer Ankunft der Weg in die Dahmer Ostsee-Lounge. „Hier ist Urlaub“, sagt Jutta Mann und genießt „das Meeresrauschen, diesen Rundblick, einfach dieses besondere Flair“. Ein Urlaub auf Mallorca oder in anderen südlichen Gefilden reizt das Paar nicht. „Wir finden hier alles, was wir suchen“, lautete ihr Kompliment an den Ort und die Lounge, die sie im vergangenen Jahr erstmals kennen- und sofort lieben gelernt haben. Gleich begeistert von diesem besonderen Platz im Sand am Strand ist auch eine Hausgemeinschaft aus Hamburg, die während eines gemeinsamen Tagesausflugs die Lounge entdeckt. „Besser geht es nicht“, stellt Elisabeth Böttcher für alle fest.
Im Norden an der Ostsee ein solches „Feeling“ vorzufinden, so direkt und unmittelbar am Meer zu sitzen oder gar, wie Ariane Gerritzmann und Bianca Baumschabel, sich auf den Liegen zu räkeln und einen „Havanna Spezial“ zu genießen, löst auch bei den Gästen der Grömitzer Ostsee-Lounge immer wieder Erstaunen aus. „Wenn nicht hier, wo sonst sollte Urlaubsgefühl eintreten“, sagt Ariane Gerritzmann. Auch Norbert Zelch und Freundin Bettina aus Lüneburg finden es „sehr angenehm, in der ersten Reihe direkt am Strand“ und etwas abseits vom Laufgeschäft auf der Promenade zu sitzen und dabei doch alles im Blick zu haben. „Das hat schon einen großen Unterhaltungswert“, sagt Norbert Zech und lässt sich ein frisch gezapftes Bier servieren.
65 000 Euro hatte der Grömitzer Tourismus-Service 2008 für die Strandbar ausgegeben, refinanziert wird die Investition durch die Verpachtung der Bar an die Strandhallen GmbH. Keine Minute hat der Tourismus-Service die Entscheidung zum Bau der Lounge bereut. Sie ist auch im vierten Jahr ein Renner. Tourismuschef Olaf Dose-Miekley weiß auch warum: „Die Lounges entsprechen einfach den geänderten Bedürfnissen der Gäste, denen das reine Strandleben nicht mehr genügt, die vielmehr auch Bewirtung und Service am Strand erwarten.“
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