Mit Jan Fedder vor der Kamera stehen, mit Hannes Jaenicke um die Häuser ziehen oder mit Jan-Gregor Kremp ein Würstchen essen – für viele Menschen wäre solch ein Moment mit den Schauspielern die Erfüllung eines Traumes. Wahr wurde er in den vergangenen Jahren aber für Hunde und Hühner. Die Tiere kommen aus dem Kreis Ostholstein und werden von Tiertrainerin Birgit Wahle aus Quisdorf (bei Bosau) auf ihren Dreh vorbereitet. Wer möchte, dass sein Hund auch einmal im Fernsehen mitspielt, der sollte am 24. September zum Hundecasting in Eutin-Fissau gehen (siehe Kasten).
In naher Zukunft könnte auch „Quax“, ein Rabe, den Anna Gomberg von der Tierhilfe Ostholstein in Stolpe (bei Neustadt) aufgepäppelt hat, sein Leinwanddebüt feiern. Die Rabenkrähe wurde vor knapp zwei Jahren bei ihr abgegeben. „Er kam mit drei anderen Raben als Fundtier zu uns“, erinnert sich Gomberg. Während die anderen Vögel schon nach einigen Wochen wegflogen, blieb „Quax“ – damals hieß er noch „Jakob“ – in Stolpe bei Neustadt. „Er hat morgens auf mich gewartet, saß auf meiner Schulter und hat auf mein Zurufen reagiert“, sagt Gomberg. Irgendwann fing der Rabe jedoch an Kuchen vom Tisch einer Nachbarin zu klauen. „Da wusste ich, dass es so nicht weiter geht. Die Veterinärbehörden haben mir gesagt, dass die Filmtierschule von Birgit Wahle schon länger einen Raben sucht. Seitdem lebt er dort und könnte bald im TV mitspielen“, erzählt Gomberg.
„Noch hat er keine Rolle bekommen. Aber es wäre möglich. Schließlich fliegt er auf Kommando zu mir und ist handzahm“, betont die Tiertrainerin. Doch wie trainiert man einen Raben und bringt ihn dazu, das zu machen, was der Regisseur gerne möchte? „Das funktioniert ähnlich wie bei Kühen, Ziegen und Schafen, es geht über den Futtertrieb. Ich muss das Tier also richtig konditionieren“, sagt Birgit Wahle.
Was „Quax“ noch bevor stehen könnte, hat „Elvis“, ein Norwich- Terrier, schon geschafft. Er stand gemeinsam mit den Schauspielern Ruth Maria Kubitschek und Jan-Gregor Kremp für die ARD-Serie „Elvis und der Kommissar“ vor der Kamera. Birgit Wahle war dabei immer an seiner Seite. „Ich muss dafür sorgen, dass er Spaß hat, in Ruhe trainiert wird und ein artgerechtes Leben führt“, betont Wahle. Wichtig sei es zudem, dass Hunde nach dem Dreh einer Szene belohnt werden, mit Leckerchen, Streicheleinheiten oder einem Spiel.
Trainiert werden von Birgit Wahle nicht nur Hunde, sondern unter anderem auch Schlangen, Hühner, Ratten und Hasen. Besonders viel Aufmerksamkeit erfordert die Arbeit mit Fluchttieren, wie Pferde es sind. „Mein Rappe ’Chayenne’ musste in dem Film ’Der Mann im Heuhaufen’ aus einer brennenden Scheune hinauslaufen. Im Vorfeld habe ich sie langsam an Feuer gewöhnt, erst mit einer kleinen Funzel, dann mit größeren Flammen, bis sie keine Angst mehr hatte.“
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